Suche nach Friedensabkommen zwischen der Ukraine und Russland

Suche nach Friedensabkommen zwischen der Ukraine und Russland

Steve Witkoff, Marco Rubio und Jared Kushner bei einem Treffen mit ukrainischen Regierungsvertretern

Stand: 01.12.2025 06:29 Uhr

Heute reist der US-Sondergesandte Witkoff nach Russland, um mit dem Kreml über den US-Plan für die Ukraine zu verhandeln. Drei Knackpunkte wurden am Wochenende bei einem US-Treffen mit ukrainischen Vertretern deutlich.

Martin Ganslmeier

Für die Verhandlungen um ein Friedensabkommen zwischen der Ukraine und Russland könnte es eine entscheidende Woche werden. Heute reist der US-Sondergesandte Steve Witkoff nach Moskau, um dort mit der russischen Regierung über einen möglichen Frieden mit der Ukraine zu sprechen.

Gestern hatten Witkoff, US-Präsident Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und US-Außenminister Marco Rubio bereits mit der ukrainischen Verhandlungsleitung gesprochen. Rund vier Stunden dauerten die Gespräche in Miami. Anschließend sprachen sowohl US-Außenminister Rubio als auch der neue ukrainische Verhandlungsführer Rustem Umjerow von produktiven Verhandlungen.

Rubio sagte, er sei zuversichtlich, dass der Krieg bald beendet werden könne. Es gebe noch schwierige Punkte, dennoch sei die US-Regierung optimistisch. “Wir hatten erneut eine sehr produktive Sitzung, die an Genf anknüpfte. Unser Ziel ist es, nicht nur den Krieg zu beenden”, so Rubio. “Wir wollen der Ukraine auch helfen, für immer sicher zu sein. So dass sie niemals mehr eine Invasion fürchten muss. Und wir wollen, dass für die Ukraine eine Zeit des Wohlstands beginnt.”

Trump sieht Chance für Einigung

Auch US-Präsident Trump, der nicht direkt an den Verhandlungen beteiligt war, sagte auf dem Rückflug von Mar-a-Lago nach Washington, es gebe eine gute Chance für einen Deal. Allerdings habe die Ukraine noch einige schwierige Probleme, wie zum Beispiel den – so Trump wörtlich – “nicht hilfreichen” Korruptionsskandal.

Wegen dieses Skandals musste der bisherige Verhandlungsführer der Ukraine, Andrij Jermak, zurücktreten. Der neue Verhandlungsleiter Umjerow bedankte sich bei US-Außenminister Rubio: “Die USA hören uns. Die USA unterstützen uns. Die USA stehen an unserer Seite.”

 

Drei wesentliche Knackpunkte

Über Inhalte ihrer Verhandlungen sprachen weder Rubio noch Umjerow. Aber in Florida anwesende Journalisten berichten, es ging vor allem um drei Knackpunkte. Erstens: Sicherheitsgarantien für die Ukraine, damit das Land nicht zwei Jahre nach einem Waffenstillstand erneut angegriffen wird. Zweitens: Was wird aus dem Wunsch der Ukraine, Mitglied der NATO zu werden? Und drittens: Welche Gebiete tritt die Ukraine an Russland ab?

In Moskau will der Sondergesandte Witkoff heute den mit der Ukraine besprochenen Verhandlungsstand mit Russland besprechen. Trump musste Witkoff zuletzt gegen heftige Kritik verteidigen. Demokratische Politiker warfen Witkoff vor, er habe russische Maximalforderungen zum Teil wortwörtlich in das ursprüngliche 28-Punkte-Papier übernommen.

Kritik an Unterhändler Witkoff

Auch republikanische Kongressabgeordnete, die sonst fest hinter Trump stehen, kritisierten eine zu große Nähe Witkoffs zu Russland. “Man kann nicht für America-First sein und gleichzeitig Pro-Russland. Russland ist ein selbsterklärter Widersacher Amerikas. Bei diesen Friedensverhandlungen muss man Russland als skeptischen Kontrahenten betrachten”, so der Abgeordnete Mike Turner aus Ohio im Sender CBS. 

Noch weiter ging der republikanische Kongressabgeordnete Don Bacon aus Nebraska in Sender ABC. Ihn störe, dass Witkoff und Kushner vor allem kommerzielle Interessen im Blick hätten. “Viele Leute rund um den Präsidenten hoffen, durch eine Vereinbarung mit Russland Milliarden zu scheffeln. Das alarmiert mich enorm. Ich will Amerika als Anführer der freien Welt sehen, das sich um Recht kümmert und nicht um Geschäfte.”

Demokratische Politiker warfen der Trump-Regierung zudem vor, die Interessen der europäischen Bündnispartner zu ignorieren. Man könne die Europäer nicht dazu verdonnern, Milliarden für die Ukraine zu zahlen, sie dann aber bei den Verhandlungen außen vor lassen.

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