Not im Gazastreifen wächst durch Regen und Überschwemmungen

Not im Gazastreifen wächst durch Regen und Überschwemmungen

Palästinensische Kinder laufen in Zawaida nach starken Regenfällen an einer Schlammpfütze vorbei.

Stand: 17.12.2025 18:32 Uhr

Große Teile des Gazastreifens liegen in Trümmern. Seit Tagen verschlimmern zusätzlich starke Regenfälle und Überschwemmungen die Situation der notleidenden Bewohner. Hilfsorganisationen fordern mehr humanitäre Güter.

Nach dem Krieg zwischen der Terrororganisation Hamas und Israel sind große Teile des Gazastreifens zerstört. Viele Menschen leben in Zelten und Notunterkünften. In den vergangenen Tagen haben Stürme und Überschwemmungen zusätzlich für Verzweiflung gesorgt.

Die Witterung setzte Häusern, die schon durch israelische Luftangriffe beschädigt wurden, besonders zu. “Es gibt kein Leben, keine Infrastruktur. Man muss Holz kaufen, ein Zelt herrichten – aber das ist teuer”, klagt Bewohner Ala al Husari. Er steht mit seiner Familie im Gazastreifen vor dem Nichts.

“Die Zelte bringen nichts”

Anhaltende starke Regenfälle und winterliche Temperaturen verschlechtern auch die Situation für Hunderttausende Vertriebene, die im Gazastreifen in Zeltlagern leben. Videos der vergangenen Tage zeigen, wie Zelte von heftigen Winden weggefegt werden. “Die Zelte bringen nichts, lassen sich nicht mehr reparieren. Wir brauchen Wohncontainer, keine Zelte”, sagt al Husari.

Mehrere Menschen kamen palästinensischen Angaben zufolge bei den Stürmen ums Leben. Menschenrechtsgruppen und medizinisches Personal in Gaza warnten außerdem vor einer erhöhten Gefahr für Infektionskrankheiten durch Müll und Abwasser, die durch die Regenmassen in die Zeltlager gespült werden. Zudem sei bereits ein Anstieg von Unterkühlungsfällen insbesondere bei Kindern zu verzeichnen.

Viele Zeltlager im Gazastreifen wurden von Überschwemmungen getroffen.

Organisationen fordern mehr Hilfslieferungen

Hilfsorganisationen beklagen, dass Israel nicht genügend Lieferungen durchlasse, um die Not zu lindern. Sie fordern die Öffnung weiterer Grenzübergänge. “Es gibt immer noch viele Einschränkungen beim Hineinbringen von Gütern, besonders bei Material für Unterkünfte, Medizinprodukten, Teilen für Krankenwagen und Krankenwagen selbst”, so Avery Cox von der Hilfsorganisation CADUS.

Die zuständige israelische Behörde gab an, sie bekenne sich zu ihrer Verpflichtung, die Einfuhr gemäß Abkommen zu ermöglichen.

Mit Informationen von Pia Steckelbach, ARD-Studio Tel Aviv

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