Zwei vierstöckige Gebäude sind in der Nacht in der marokkanischen Millionenstadt Fès eingestürzt und haben zahlreiche Menschen unter sich begraben. Mindestens 19 starben. Die Unglücksursache ist noch unklar.
Im marokkanischen Fès sind beim Einsturz zweier Häuser mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen. 16 weitere Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt, einige von ihnen schwer. Unter den Trümmern werde noch nach möglichen Überlebenden und weiteren Opfern gesucht.
Laut der staatlichen Nachrichtenagentur MAP sollen acht Familien in den zwei benachbarten vierstöckigen Gebäuden im Viertel Al-Moustakbal gewohnt haben. Die Behörden räumten sicherheitshalber auch angrenzende Bauten. Zur möglichen Ursache des Unglücks machten sie bislang noch keine Angaben.
Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte die marokkanische Nachrichtenwebsite SNRT, wonach es Hinweise darauf gebe, dass die beiden eingestürzten Häuser schon seit einiger Zeit Risse aufgewiesen hätten, ohne dass Maßnahmen ergriffen wurden. Die Angaben sind bislang nicht von offizieller Seite bestätigt.
Viele Gebäude gelten als einsturzgefährdet
Die Infrastruktur in vielen Teilen Marokkos muss dringend erneuert werden. Weil Gebäude veraltet sind und Vorschriften nicht streng durchgesetzt werden, kam es schon zuvor zu tödlichen Einstürzen. Erst im Mai waren neun Menschen beim Einsturz eines Hauses in Fès gestorben, obwohl zuvor bereits die Evakuierung des Gebäudes angeordnet worden war. Insbesondere in der historischen Altstadt, der bei Touristen besonders beliebten Medina, gelten einige Gebäude als gefährdet. Im aktuellen Fall handelt es sich jedoch nicht um Bauten innerhalb der Medina.
Fès ist die drittgrößte Stadt Marokkos und ein Spielort der Afrikameisterschaft im Fußball, die in knapp zwei Wochen beginnt. Auch bei der Fußballweltmeisterschaft 2030 soll hier gespielt werden. Die Stadt war zudem vor zwei Monaten einer der Schauplätze von landesweiten Protesten gegen die Regierung. Die überwiegend jüngeren Demonstranten beklagten schlechte Lebensbedingungen, Armut und mangelhafte öffentliche Dienstleistungen, während die Regierung Großprojekte wie den Bau moderner Stadien vorantreibt.
Mit Informationen von Stefan Ehlert, ARD-Studio Rabat
