marktbericht
Die Börse konnte den gestern eingeschlagenen Erholungskurs nicht fortsetzen. Zum Ende des Handelstags drehten die Kurse mehrheitlich ins Minus.
Zur Wochenmitte ist es am deutschen Aktienmarkt zu leichten Verlusten gekommen. Unterm Strich gab es wenig Bewegung. Der Deutsche Aktienindex war mit Gewinnen in den Tag gestartet, die er am Ende nicht mehr halten konnte. Zum Handelsschluss stand der DAX bei 23.694 Punkten, das waren 17 Punkte weniger als gestern.
Marktbeobachter hegen zunehmend Zweifel an einer DAX-Rally zum Jahresende. Es sei “fraglich, woher die positiven Impulse kommen sollen”, schreibt etwa die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). So sei eine Zinssenkung in den USA in der kommenden Woche überwiegend schon in den Kursen eingepreist, obwohl es seitens der Notenbank Federal Reserve hierfür keine klaren Signale gebe. “Zudem gab es offensichtlich kaum Fortschritte bei den Gesprächen zwischen den USA und Russland in Moskau, sodass es kaum Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Ukraine-Krieges gibt.”
Die Anleger haben sich am Mittwoch an den US-Börsen mit Aktienkäufen ebenfalls wieder schwerer getan. Im Fokus stand der überraschend schwache Bericht des privaten Arbeitsmarktdienstleisters ADP für November, der “weiteren Treibstoff für die Zinssenkungsfantasie” lieferte, wie Marktexperte Andreas Lipkow sagte. Die Nachricht zog dennoch verhaltene Reaktionen nach sich, wodurch der Dezember für Anleger weiter holprig verläuft.
Die Aussicht auf sinkende Umsätze und Gewinne ließ die Aktien von Hugo Boss massiv einbrechen. “2026 wird ein Jahr der Anpassung sein, in dem das Geschäft durch die Straffung von Prozessen, die Überarbeitung des Sortiments und die Optimierung des Vertriebsnetzwerks” geprägt ist, teilte das Unternehmen gestern Abend mit. Daher dürfte der Umsatz im kommenden Jahr auf währungsbereinigter Basis im mittleren bis hohen einstelligen Bereich sinken. Zudem wird das operative Ergebnis 2026 laut der aktuellen Prognose sinken.
Der Zara-Mutterkonzern Inditex konnte dagegen bei Anlegern mit einem starken Start ins Winterquartal punkten. Die Aktien des spanischen Modeunternehmens kletterten zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit mehr als neun Monaten. Der H&M-Rivale übertraf beim Umsatz sowohl im dritten Quartal als auch zu Beginn des vierten Quartals die Erwartungen der Analysten.
Nach Problemen mit Metallverkleidungen für A320-Maschinen setzt der Flugzeughersteller Airbus seine Auslieferungsziele für 2025 um 30 Flugzeuge auf 790 herab. Der Grund dafür, dass Airbus nicht wie geplant 820 Flugzeuge an die Kunden übergeben könne, seien die kürzlich aufgetauchten Qualitätsprobleme bei einem Zulieferer von Rumpf-Teilen für die A320-Baureihe. An den finanziellen Zielen für das laufende Jahr hält der Boeing-Rivale trotzdem fest: einem bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von rund 7,0 Milliarden Euro und einem operativen Mittelzufluss (Free Cash Flow) vor Kundenfinanzierungen von rund 4,5 Milliarden Euro.
Ganz anders sieht es derzeit bei Boeing aus: “Auf den Punkt gebracht: Wir rechnen 2026 sowohl bei der 737 als auch bei der 787 mit mehr Auslieferungen”, sagte Finanzchef Jay Malave gestern. Aus diesem Grund erwarte Boeing im kommenden Jahr auch einen positiven freien Cashflow und verbesserte Margen. Das bescherte Boeing einen Kurssprung, die Titel des kriselnden US-Flugzeugbauers sprangen kräftig nach oben.
Trotz steigender Zulassungszahlen hat sich die Stimmung in der kriselnden deutschen Automobilindustrie im November erheblich verschlechtert. “Nach einem starken Anstieg im Oktober fiel der Geschäftsklimaindex der Autoindustrie im November deutlich. Er sank auf minus 20,0 Punkte, nach minus 13,4 Punkten im Oktober”, teilte das ifo-Institut in München mit.
Insgesamt stieg die Zahl der Neuzulassungen im November um 2,5 Prozent auf 250.671 Fahrzeuge, wie das Kraftfahrt-Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Dabei wurden gut zehn Prozent mehr Neuwagen von Privatkunden angemeldet, bei gewerblichen Kunden war es ein Prozent weniger. Autoaktien konnten von den Zahlen nicht profitieren. Mercedes fanden sich gar am DAX-Ende.
