Pizza, Pasta, Risotto: Die italienische Küche ist weltweit verbreitet und sehr beliebt. Die UNESCO würdigt sie jetzt als immaterielles Weltkulturerbe.
Ob es Widerspruch gebe, dass die italienische Küche Weltkulturerbe wird, fragt Vishal Sharma, indischer Sitzungsleiter bei der UNESCO. Kein Widerspruch, stellt er fest. Damit ist es amtlich.
Der Antrag mit dem Titel “Italienische Küche im Spannungsfeld von Nachhaltigkeit und biokultureller Vielfalt” ist angenommen. Die italienische Delegation ist begeistert Bewerbungschefin Maddalena Fossati bringt es auf den Punkt: “Hurra”, ruft sie.
Immaterielles Weltkulturerbe der UNESCO
Das UNESCO-Komitee berät derzeit über Dutzende Anträge zur Aufnahme in das immaterielle Welterbe. Die Schweiz will das Jodeln in die Liste aufnehmen, Chile den Familienzirkus und Bangladesch das Weben von Saris. Neben der italienischen Küche wurde bereits das hinduistische Lichterfest Diwali in die Liste aufgenommen.
Nach Angaben der italienischen Regierung ist es das erste Mal, dass die gesamte Küche eines Landes zum Weltkulturerbe ernannt wird. Die französische Gourmetküche – ein eher festliches Ereignis, das mit einem Aperitif beginnt und mit Likören endet – war bereits 2010 in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden.
“Unser stärkster Botschafter”
Diese Entscheidung werde von ihrem Land mit großen Emotionen und Stolz aufgenommen, sagt auch die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni in einer vorbereiteten Dankesrede, die im Saal in Neu-Delhi eingespielt wird.
“Es bedeutet, unsere Geschichte mit unserer Zukunft zu verbinden, altes Wissen weiterzugeben und es stetig zu erweitern, die Umwelt zu schützen und die Artenvielfalt zu bewahren. Die italienische Küche ist unser stärkster Botschafter.”
Meloni dankt Italienern im Ausland
Und wie es mit Botschaftern so ist: Sie sind auch und vor allem im Ausland tätig. “Heute möchte ich allen im Ausland lebenden Italienern Danke sagen”, fährt Meloni fort, “denn ihnen ist es auch zu verdanken, dass die italienische Küche und alles, wofür sie steht, weltweit so hoch geschätzt wird.”
Ein großer Moment für Pizza, Pasta, Risotto und tausend andere Gerichte aus den Regionen Italiens – alles jetzt nicht nur lecker, sondern auch mit Stempel der UNESCO versehen: Weltkulturerbe, genauer gesagt: immaterielles Weltkulturerbe.
“Respektvoller Umgang” geehrt
Und das heißt so, obwohl es natürlich aus Materie besteht – und zwar ziemlich köstlicher. Man kann so einen Teller Nudeln ja sehr wohl auch anfassen und vor allem essen. Immateriell aber deshalb, weil es eben nicht nur ums Essen geht. Es gehe um so viel mehr, so Rimvydas Laužikas, Vorsitzender der Bewertungskommission.
“Es handelt sich um eine gemeinschaftliche Aktivität, die die Verbundenheit mit dem Essen, den respektvollen Umgang mit Zutaten und die gemeinsamen Momente am Tisch betont”, so der Lette. “Diese Praxis wurzelt in Rezepten, die Lebensmittelverschwendung vermeiden, und der Weitergabe von Aromen, Fertigkeiten und Erinnerungen über Generationen hinweg.”
Regierungschefin Meloni fasst es in ihrer Dankesrede noch etwas kürzer: “Heute feiern wir einen Erfolg, der Italien gehört, aber die gesamte Menschheit bereichert.”

