Lange hatte sich US-Präsident Trump dagegen gesträubt – doch heute muss das Justizministerium Ermittlungsakten im Skandal um den Sexualstraftäter Epstein freigeben. Bereits veröffentlicht wurden Fotos aus dessen Nachlass.
Akten zu den Ermittlungen im Fall des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein könnten heute veröffentlicht werden. Das US-Justizministerium war am 19. November nach erfolgreichen Abstimmungen im Senat und Repräsentantenhaus von US-Präsident Donald Trump angewiesen worden, alle Akten der Ermittlungen innerhalb von 30 Tagen zu veröffentlichen – nachdem der Republikaner auch aus den eigenen Reihen massiv unter Druck gesetzt worden war. Die Frist für die Freigabe verstreicht heute.
Es ist aber unklar, ob das Ministerium die Akten tatsächlich freigibt – und wenn ja, in welchem Umfang. Akten mit sensiblen Informationen unter Verschluss müssen nicht veröffentlicht werden. Wie viele der Dokumente so eingestuft sind, ist unbekannt.
Die Akten könnten den bisher detailliertesten Einblick in fast zwei Jahrzehnte andauernde Ermittlungen zu Epsteins sexuellem Missbrauch junger Frauen und minderjähriger Mädchen bieten. Ihm wird vorgeworfen, über viele Jahre einen Missbrauchsring betrieben zu haben, dem zahlreiche junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Auch er selbst soll sich an ihnen vergangen haben.
Wer wusste von dem Missbrauch?
Die Veröffentlichung wird seit Langem von der Öffentlichkeit gefordert – insbesondere auch von vielen Unterstützern des US-Präsidenten. Trump hatte noch im Präsidentschaftswahlkampf die Freigabe der Akten selbst gefordert, dann aber sträubte er sich nach dem Amtsantritt dagegen.
Mit der Veröffentlichung soll insbesondere auch die Frage beantwortet werden, ob Epsteins reiche und einflussreiche Vertraute von dem Missbrauch wussten oder daran beteiligt waren. Darunter waren unter anderen der ehemalige britische Prinz Andrew, der frühere US-Präsident Bill Clinton sowie Donald Trump.
Weder gegen Clinton noch gegen Trump wurden bisher offizielle Vorwürfe erhoben. Das US-Justizministerium teilte im Juli mit, dass es keine Information hätte, um jemanden strafrechtlich zu verfolgen.
Demokraten veröffentlichen 68 neue Fotos
Gestern veröffentlichten demokratische Abgeordnete erneut eine Vielzahl von Bildern aus dem Nachlass von Epstein. Trump ist auf den neu veröffentlichten Fotos nicht zu sehen, anders als in früheren Veröffentlichungen. Dort war Trump im Umfeld Epsteins zu sehen. Angaben der Demokraten zufolge umfasst der Nachlass, der im zuständigen Ausschuss des Repräsentantenhauses geprüft wird, rund 95.000 Fotos. Kontext zu den Bildern liege dem Material nicht bei.
Epstein wurde bereits 2008 wegen erzwungener Prostitution einer Minderjährigen verurteilt. Damals wurden Vorwürfe wegen Menschenhandels fallengelassen. Im Juli 2019 wurde er aber infolge neuer Beweise erneut verhaftet. Er starb 2019 im Alter von 66 Jahren in seiner Gefängniszelle. Laut Obduktionsbericht beging er Suizid.
