Epstein-Affäre: Justizministerium lässt gegen Clinton ermitteln

Epstein-Affäre: Justizministerium lässt gegen Clinton ermitteln

Ex-US-Präsident Bill Clinton bei einer Rede

Stand: 15.11.2025 08:47 Uhr

US-Präsident Trump steht in der Epstein-Affäre unter Druck. Jetzt ermittelt das Justizministerium auf seinen Wunsch gegen seinen Amtsvorgänger Clinton. Dabei hatte das Ministerium vor Kurzem noch eine ganz andere Position.

US-Präsident Donald Trump hat eine Untersuchung der Verbindungen des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein zum früheren demokratischen Präsidenten Bill Clinton, zur Bank JPMorgan, zu Ex-Finanzminister Larry Summers und zum LinkedIn-Gründer Reid Hoffman gefordert. Das US-Justizministerium wird dieser Bitte nach Angaben von Ministerin Pam Bondi nachkommen. Details nannte sie nicht.

Die Entscheidung des Justizministeriums steht im Widerspruch zu einem Vermerk vom Juli, in dem das Ministerium und das FBI erklärt hatten, es gebe keine “Beweise, die eine Untersuchung gegen nicht angeklagte Dritte rechtfertigen könnten”. Bislang sind keine glaubwürdigen Beweise öffentlich bekannt, dass unter anderem Clinton an Epsteins Machenschaften beteiligt war.

JPMorgan bedauert frühere Verbindung zu Epstein

JPMorgan teilte mit, die Bank bedauere ihre frühere Verbindung zu Epstein, habe ihm jedoch nicht geholfen, seine “abscheulichen Taten” zu begehen.

Trump hatte schon im Sommer behauptet, Clinton sei viele Male auf Epsteins privater Karibikinsel gewesen, die ein Tatort gewesen sein soll. Nach Angaben des Clinton-Sprechers war dieser nie dort, nie auf Epsteins Ranch in New Mexico, oder in dessen Residenz in Florida.

Clinton habe 2002 und 2003 vier Reisen mit Epsteins Flugzeug unternommen – auch im Kontext der Arbeit seiner Stiftung. 2002, so der Sprecher, habe es ein Treffen mit Epstein in dessen Büro in Harlem gegeben, und etwa zur gleichen Zeit sei Clinton mit einem Mitarbeiter und Leibwächtern bei einem Besuch in Epsteins Wohnung gewesen.

Neue Veröffentlichungen setzen Trump unter Druck

Trump steht unter wachsendem Druck, alle Akten zur Affäre Epstein offenzulegen. Dies war eines seiner Wahlversprechen gewesen. In einer Reuters/Ipsos-Umfrage vom Oktober gaben nur vier von zehn Republikanern an, Trumps Umgang mit den Akten gutzuheißen.

Kommende Woche ist eine Abstimmung im Repräsentantenhaus zur Veröffentlichung aller Akten geplant. Einige Republikaner und die Demokraten haben die Abstimmung forciert.

Der Schritt Trumps kommt zudem zwei Tage, nachdem ein Kongressausschuss Dokumente veröffentlicht hatte, die neue Fragen hinsichtlich seiner Verbindung zu Epstein aufwerfen. In einer der von den Demokraten im Repräsentantenhaus veröffentlichten E-Mails hatte Epstein geschrieben, Trump habe von den minderjährigen Mädchen gewusst.

Das Weiße Haus wies dies zurück. Die Republikaner veröffentlichten ihrerseits 20.000 Dokumente und warfen den Demokraten vor, zur Verbreitung einer falschen Darstellung nur einzelne Nachrichten herausgepickt zu haben.

Dutzende Opfer des Missbrauchsrings

Der einflussreiche US-Multimillionär Epstein hatte über viele Jahre einen Missbrauchsring mit Dutzenden Opfern betrieben. Epstein starb 2019 mit 66 Jahren in seiner Gefängniszelle. Im Obduktionsbericht wurde Suizid als Todesursache genannt.

Epsteins Tod und seine Kontakte in die amerikanische High Society lösten Spekulationen über die mögliche Verwicklung einflussreicher Kreise aus. Vor seiner Festnahme waren Prominente und Milliardäre bei ihm ein und aus gegangen – auch Trump verbrachte Zeit mit Epstein, wie mehrere Partyvideos belegen.

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