Krieg in Nahost: Gegenseitige Angriffe gehen unvermindert weiter

Krieg in Nahost: Gegenseitige Angriffe gehen unvermindert weiter

Rauchwolken über Teheran

Stand: 05.03.2026 • 09:27 Uhr

Israel und Iran haben ihren gegenseitigen Beschuss auch am sechsten Kriegstag unvermindert fortgesetzt. Teheran drohte den USA nach der Versenkung eines Kriegsschiff mit Vergeltung. Und auch die Kurden im Irak geraten in den Fokus.

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben eine neue Angriffswelle in Teheran begonnen. In einer Mitteilung des Militärs war die Rede von großangelegten Angriffen auf Infrastruktur der iranischen Führung in der Hauptstadt. Augenzeugen berichteten über Explosionsgeräusche in und um Teheran. Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete über eine Explosion im Westen Teherans, zwei örtliche Zeitungen meldeten mindestens eine Detonation in der Stadt Karadsch westlich von Teheran.

Außerdem griff Israels Luftwaffe den Angaben zufolge mehrere Kommandozentren der proiranischen Hisbollah-Miliz in der libanesischen Hauptstadt Beirut an.

Iran spricht von “Gräueltat im Meer”

Auch Iran startete am frühen Morgen neue Angriffe auf Israel. Der Krieg ging damit in den sechsten Tag. Erstmals äußerte sich die iranische Führung auch zum Angriff der USA auf ein iranisches Kriegsschiff vor Sri Lanka. Washington werde den “von ihm geschaffenen Präzedenzfall zutiefst bedauern”, warnte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi auf der Plattform X. “Die Vereinigten Staaten haben eine Gräueltat im Meer begangen, 2.000 Meilen von der Küste des Irans entfernt.” Die “IRIS Dena” mit 130 Besatzungsmitgliedern sei als Gast der indischen Marine in internationalen Gewässern unterwegs gewesen und ohne Vorwarnung angegriffen worden.

Das iranische Schiff war am Mittwoch vor der Küste Sri Lankas gesunken. Polizeiangaben zufolge wurden bislang über 80 Leichen von Besatzungsmitgliedern geborgen, rund 60 Menschen wurden noch vermisst. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, der sich selbst Kriegsminister nennt, gab bekannt, das Schiff sei “von einem Torpedo” versenkt worden. Die Vernichtung der iranischen Marine ist laut Pentagon eines der Ziele des US-israelischen Kriegs gegen Iran.

Kurdische Einheiten im Irak unter Beschuss

Der Konflikt dehnt sich auch auf den Irak aus. Die iranischen Streitkräfte nahmen kurdische Einheiten im Nachbarland unter Beschuss. Es seien drei Raketen auf das Hauptquartier oppositioneller Verbände abgefeuert worden, meldete die staatlichen Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf die Militärführung in Teheran. Der regierungstreue Sender Press TV veröffentlichte Videos, auf denen Einschläge in den Stellungen “anti-iranischer Separatisten” zu sehen sein sollen. US-Medien berichteten zuletzt, Präsident Donald Trump erwäge, kurdische Gruppen für einen Aufstand gegen Irans Regierung zu bewaffnen. Das Weiße Haus wies dies zurück. Regierungssprecherin Karoline Leavitt bestätigte allerdings, dass Trump mit kurdischen Anführern in der Region mit Blick auf den US-Stützpunkt im Norden des Iraks gesprochen habe.

Die Kurden sind eine ethnische Gruppe mit schätzungsweise 30 Millionen Angehörigen, die vor allem im Irak, im Iran sowie in Syrien und der Türkei leben. Sie kämpfen seit Jahrzehnten für einen eigenen Staat und wurden lange verfolgt und unterdrückt. Die autonome Kurdenregion im Irak entstand nach dem Sturz von Diktator Saddam Hussein im Jahr 2003.

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