marktbericht
Der US-Militäreinsatz in Venezuela lässt die Investoren kalt. An den asiatischen Aktienmärkten legt der Nikkei kräftig zu, auch der DAX dürfte steigen. Der Ölpreis gibt sogar nach.
Der DAX dürfte heute mit Gewinnen in die neue Handelswoche starten. Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex vor dem Handelsstart mit einem Plus von rund 0,4 Prozent auf 24.648 Punkte. Damit wird der Abstand zum aktuellen Rekordhoch bei 24.771 Zählern immer geringer.
Trotz des US-Zollschocks im vergangenen April hatte der DAX 2025 mit einem Anstieg von 23 Prozent das beste Jahr seit 2019 verzeichnet. Und am letzten Handelstag des Jahres sei der Leitindex dann auch noch über die psychologisch wichtige Hürde von 24.500 Punkten geklettert, betonte Analyst Frank Sohlleder vom Handelshaus Activtrades. Dieser fulminante Endspurt könnte die entscheidende Initialzündung für das Börsenjahr 2026 sein.
Offenbar nimmt der Aktienmarkt derzeit die Lage in Venezuela gelassen auf. “Die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro durch die USA dürfte kurzfristig keine nennenswerten wirtschaftlichen Folgen für die Weltwirtschaft haben”, sagte Neil Shearing, Chefvolkswirt bei Capital Economics. “Aber die politischen und geopolitischen Auswirkungen werden nachhallen”, so der Experte.
In der neuen Woche stehen eine Reihe von Konjunkturdaten auf der Agenda. Dicht gepackt ist das Programm unter anderem am Dienstag. Dann werden die Inflationsdaten für Deutschland für Aufmerksamkeit sorgen. Am Freitag richtet sich der Fokus auf die monatlichen Arbeitsmarktzahlen aus den USA, die für die Geldpolitik der US-Notenbank Fed wichtig sind.
Die Investoren fragten sich aber vor allem, wie der globale Ölmarkt auf den US-Militäreinsatz in Venezuela reagieren würde. Das südamerikanische Land verfügt zwar über die größten Ölreserven der Welt, allerdings ist die Ölproduktion relativ niedrig. Venezuela produzierte zuletzt weniger als eine Million Barrel pro Tag. Das entspricht rund zwei Prozent der weltweiten Gesamtmenge.
Deshalb hat auch das Ölkartell Opec+ nicht auf die neue Lage reagiert. Die Organisation erdölexportierender Länder wird die Ölförderung vorerst stabil halten.
Am Rohstoffmarkt gaben die Preise für Rohöl sogar nach. US-Präsident Donald Trump beabsichtigt, die Förderung in dem Land mithilfe der großen US-Ölkonzerne wiederzubeleben. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um 0,2 Prozent auf 60,63 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 0,3 Prozent schwächer bei 57,12 Dollar.
Auch an den asiatischen Aktienmärkten zeigten sich die Investoren unbeeindruckt. In Tokio legte der Nikkei-Index um 2,8 Prozent zu. Der japanische Notenbank-Gouverneur Kazuo Ueda hat weitere Zinserhöhungen in Aussicht gestellt, sollten sich Konjunktur und Preise dort wie erwartet entwickeln.
In China ging es ebenfalls voran: Die Börse Shanghai gewann 1,1 Prozent auf 4.011 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stieg um 1,6 Prozent auf 4.703 Punkte.
