Kommunistin Jeannette Jara liegt bei der Präsidentschaftswahl in Chile knapp vorn. Doch sie muss wohl in die Stichwahl mit Rechtsaußen-Politiker José Antonio Kast. Und dort kann Kast mit Unterstützung rechnen.
Die Kommunistin Jeannette Jara und der rechtsgerichtete Politiker José Antonio Kast treten nächsten Monat voraussichtlich in einer Stichwahl um die Präsidentschaft Chiles an. Nach einer Auszählung von rund 80 Prozent der Stimmen erhielt Jara mehr als 26 Prozent der Stimmen, Kast lag mit mehr als 24 Prozent nur knapp dahinter.
Kandidatin Jeannette Jara liegt bei der Wahl in Chile vorn – muss aber in die Stichwahl
Jara bedankte sich nach Bekanntwerden der ersten Ergebnisse bei ihren Wählerinnen und Wählern und sprach von einem “großartigen Land”. Die Stichwahl ist am 14. Dezember geplant. Meinungsforscher sehen Kast im Vorteil. Denn sie erwarten, dass sich die konservativen Kräfte hinter dem Gründer der rechtsgerichteten Republikanischen Partei sammeln und ihm zum Sieg verhelfen.
Wahlpflicht in Chile
Der Wahlkampf war von Sorgen der Wähler über Kriminalität und Einwanderung geprägt. Kast setzte in seinem Wahlprogramm auf harte Maßnahmen. Insgesamt hatten sich acht Kandidaten um die Präsidentschaft beworben. Anders als bei der vorigen Wahl herrschte für die 15,7 Millionen registrierten Wählerinnen und Wähler Wahlpflicht. Auch Teile des Parlaments wurden neu gewählt.
Präsidentschaftskandidat Kast: Harte Maßnahmen gegen Kriminalität
Sollte die Rechte die Präsidentschaft und die Kontrolle über beide Kammern des Kongresses erringen, wäre dies das erste Mal seit dem Ende der Pinochet-Diktatur 1990.
