Wie sich der Winter in Deutschland verändert hat

Wie sich der Winter in Deutschland verändert hat

Eisschollen treiben auf dem Grenzfluss Oder.

Stand: 09.01.2026 13:16 Uhr

Jetzt ist er da, der angekündigte Schneefall im Norden Deutschlands. Zum Teil schneit es bei starkem Wind ergiebig, für manche Regionen gelten Unwetterwarnungen. Wie außergewöhnlich ist die aktuelle Lage?

So viel Schnee hat es im Norden Deutschlands lange nicht gegeben. Besonders Hamburg ist betroffen. Winter wie diese sind in den vergangenen Jahren seltener geworden.

So lag im vergangenen Jahrhundert in Deutschland an etwa 40 Tagen pro Jahr Schnee. Ab den 1990er-Jahren haben Meteorologen einen deutlichen Rückgang der Tage mit Schnee beobachtet. Zwischen 2011 und 2025 schneite es nur noch halb so oft wie früher.

Die jährlichen Schwankungen sind sehr groß. Mehr als 80 Schneetage gab es in den Jahren 1940, 1963, 1970 und 2010. Am seltensten lag im Jahre 2020 Schnee, nämlich im Mittel über Deutschland nur an sieben Tagen. Aufgrund dieser großen Variabilität ist damit zu rechnen, dass wir auch in der Zukunft ab und zu noch schneereiche Winter bekommen, ähnlich wie das zuletzt 2010 passiert ist. Wo sich der aktuelle Winter am Ende einreihen wird, ist noch offen.

Schneemengen regional unterschiedlich

An diesem Wochenende wird der Zähler der Schneedeckentage bei zehn Tagen stehen. Das ist ein Flächenmittel für ganz Deutschland, regional gab es zuletzt große Unterschiede.

Was im Norden zu viel ist hat, fehlt aktuell an anderer Stelle. So hat es am Oberrhein diesen Winter bisher kaum geschneit. Aber auch das sonst schneereiche Bayern hatte bisher eher wenig Schnee.

Wie sieht die Wetterlage aus?

Das Zentrum von Sturmtief “Elli” ist über Belgien angekommen und verlagert sich nun nur noch langsam.

Ausgelöst wurde die brisante Wetterlage, weil “Elli” – von Westen her kommend – warme Luft vom Atlantik mit sich bringt. Diese trifft über Nord- und Ostdeutschland auf kältere Luftmassen.

Es ist also auf der Vorderseite des Sturmtiefs milde Luft in die Südwesthälfte eingeflossen. Sie kommt nun kaum noch weiter nach Nordosten voran, dort bleibt die kalte Luft liegen.

Damit sitzt nun ein Schneefallgebiet für einige Stunden fest. Es reicht von der Deutschen Bucht über das nördliche Niedersachsen bis nach Brandenburg. Dort wird es in den kommenden Stunden noch ordentlich weiterschneien.

Hamburg hat momentan besonders viel Schnee

Arktischer Pol Deutschlands ist im Augenblick Hamburg mit etwa 30 Zentimetern Schnee. Die erwarteten und schon beobachteten Schneemengen wären für sich alleine schon ein Grund für Verkehrsbehinderungen. Nun kommt eben noch der starke Wind hinzu, der die weiße Pracht teilweise hoch auftürmt und für eine brisante Lage sorgt.

Wer kann, sollte Autofahrten vermeiden. Wenn das nicht möglich ist, sollte man sehr vorsichtig und aufmerksam sein und sich auf Beeinträchtigungen auf allen Verkehrswegen bis hin zu Sperrungen, Schließungen und Ausfällen einstellen.

In der kommenden Nacht lässt der Schneefall in dem erwähnten Streifen nach. Zugleich schwappt die kalte Luft dann wieder Richtung Süden zurück. Somit gehen die Niederschläge in der Landesmitte wieder häufig in Schnee über, im Bergland schneit es ergiebig. Verbreitet ist mit Glätte durch Schnee oder überfrierende Nässe zu rechnen.

Wetterberuhigung ab Samstag

Am Samstag schneit es im südlichen Bergland kräftig. Danach ist der Spuk erst einmal vorbei. Am Sonntag kommt die Sonne häufiger heraus, und es ist kalt. Winterliebhaber können dann den Schnee genießen. Nächste Woche droht mit einer Milderung aus Westen neues Ungemach. Aus aktueller Sicht ist dann in einigen Teilen Deutschlands mit gefrierendem Regen zu rechnen.

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