WhatsApp übt scharfe Kritik an Blockade in Russland

WhatsApp übt scharfe Kritik an Blockade in Russland

Das Logo von WhatsApp auf einem Handybildschirm.

Stand: 12.02.2026 15:37 Uhr

Messenger wie Telegram oder WhatsApp können in Russland nur noch sehr eingeschränkt genutzt werden. WhatsApp prangert das Vorgehen des Kreml scharf an. Der will Nutzer stattdessen zur staatlichen Variante des Chatdienstes lenken.

Seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine schränkt Russland Inhalte im Internet immer stärker ein – auch mehrere Messengerdienste sind von Blockaden betroffen. Der Chatdienst WhatsApp hat nun mit scharfer Kritik auf die nur noch eingeschränkte Nutzung reagiert.

Mehr als 100 Millionen Nutzer von sicherer und privater Kommunikation auszuschließen, werde zu weniger Sicherheit für die Menschen in Russland führen, mahnte eine Sprecherin der App, die zum Facebook-Konzern Meta gehört. Man werde alles Mögliche unternehmen, damit die Nutzer weiterhin verbunden blieben.

Zwar ist WhatsApp in Russland noch verfügbar. Allerdings kann der Dienst größtenteils nur noch über sogenannte VPN-Verbindungen (Virtual Private Network) genutzt werden. Und gegen diese Verbindungen geht die russische Regierung ebenfalls schärfer vor. So wurde im September ein Gesetz verabschiedet, das es verbietet, für VPN-Verbindungen zu werben.

Kreml wirft Meta Verstöße gegen russisches Recht vor

Kremlsprecher Dmitri Peskow verteidigte die Blockade von WhatsApp. Die Maßnahmen seien “aufgrund der Weigerung des Unternehmens Meta, sich an die Vorschriften und den Wortlaut des russischen Gesetzes” zu halten, getroffen worden. Peskow rief die Bevölkerung auf, stattdessen die staatliche Plattform Max zu nutzen, über die auch Zahlungen und staatliche Dienstleistungen abgewickelt werden können.

Der Messengerdienst Max war im vergangenen Jahr eingeführt worden. Für Chatgruppen in Bildungseinrichtungen und vielen anderen staatlich geregelten Bereichen ist seine Nutzung vorgeschrieben. WhatsApp sprach in der Stellungnahme von einer “staatlichen Überwachungs-App”, in die die russische Regierung die Nutzer drängen wolle.

Auch andere Messenger von Blockaden betroffen

Auch Moskaus Telekommunikationsaufsichtsbehörde Roskomnadsor hatte den Meta-Konzern immer wieder mit Sperrungen gedroht. Laut der auch für Internetzensur zuständigen Behörde werde WhatsApp auch zur “Organisation terroristischer Aktivitäten im Land genutzt” sowie für “Betrug und zur Erpressung von Geld von Bürgern”.

Neben WhatsApp wurden auch der Messenger Telegram und der Apple-Dienst iMessage in ihrer Nutzung eingeschränkt. Telegram ist neben WhatsApp einer der beliebtesten Messengerdienste in Russland. Die Plattform war bereits im Januar in Russland weitgehend blockiert worden. Bereits 2022 wurde der Meta-Konzern in Russland als extremistisch eingestuft. Die Social-Media-Plattformen Facebook und Instagram sind seitdem verboten.

Comments

No comments yet. Why don’t you start the discussion?

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *