Warum Trump gegen Spanien wütet und mit einem Handelsstopp droht

Warum Trump gegen Spanien wütet und mit einem Handelsstopp droht

US-Präsident Trump im Weißen Haus.

Stand: 04.03.2026 • 09:54 Uhr

Spanien hat sich den Zorn des US-Präsidenten zugezogen, weil es den Iran-Krieg verurteilt und Basen für das US-Militär sperrte. Er wolle mit Spanien nichts mehr zu tun haben, so Trump. Jeder Handel werde beendet.

Von Christian Sachsinger, ARD Madrid

Womöglich schwant Spaniens Außenminister José Manuel Albares bereits, dass sich in Washington etwas gegen sein Land zusammenbraut. Er macht zwar kurz vor dem Wutausbruch von US-Präsident Donald Trump seine Position noch einmal klar:

“Die Militäraktionen der Vereinigten Staaten und Israels sind kein gemeinschaftliches Vorgehen und sie sind auch nicht von UN-Recht abgedeckt.” Albares schickt in seiner Erklärung aber auch gleich Kritik an Iran hinterher: “Gleichzeitig sehen wir verschärfte illegitime Attacken Irans gegen viele Länder in der Region.”

US-Militär darf Stützpunkte nicht nutzen

Damit gab sich der Außenminister zurückhaltender, als andere Regierungsvertreter zuvor. Insbesondere Verteidigungsministerin Margarita Robles hatte mit ihrer Aussage zu den Fliegerbasen in Südspanien für Aufsehen gesorgt: “Diese Basen in Morón und Rota leisten keine, wirklich keine Unterstützung für diese Angriffe, die durchgeführt wurden.”

Es gebe zwar ein Kooperationsabkommen mit den Amerikanern auf diesen Stützpunkten, aber dieses Abkommen gelte nur solange es auf internationalem Recht stehe, erklärte Robles weiter. “Momentan aber sind diese Operationen von Israel und den USA Alleingänge und werden nicht durch eine UN-Resolution gestützt. Und deshalb nutzen die Amerikaner diese Basen jetzt nicht.”

Trump konnte das als Rauswurf der US-Luftstreitkräfte verstehen – und er wollte es auch so verstehen, wie sich herausgestellt hat. Der US-Präsident sagte: “Wir könnten ihre Stützpunkte nutzen, wenn wir wollten. Wir könnten einfach hinfliegen und sie nutzen.”

Die amerikanischen Flugzeuge sind dennoch inzwischen aus Spanien abgezogen und unter anderem ins deutsche Ramstein verlegt worden. Spanien ist für den US-Präsidenten damit aber zur Zielscheibe seines Zornes geworden.

Klare Kritik von Ministerpräsident Sánchez

Öl ins Feuer hatte auch Ministerpräsident Pedro Sánchez gegossen, mit seiner Aussage, dass er den Krieg gegen Iran nicht unterstützt, ohne sich allerdings an die iranische Seite stellen zu wollen. Man könne gegen ein hasserfülltes Regime wie das iranische sein und gleichzeitig gegen eine militärische Intervention, so Sánchez.

Nicht nur in Washington, sondern auch in Tel Aviv wollte man das nicht gelten lassen. Israels Außenminister Gideon Saar sagt im Interview mit Euronews: “Die spanische Regierung steht an der Seite aller Tyrannen dieser Welt, wie es an der Seite von Venezuela stand. Jetzt stehen sie zu Iran.”

Die Regierung Sánchez war in der Vergangenheit immer wieder mit einem Israel-kritischen Kurs aufgefallen, etwa indem man das Vorgehen im Gazastreifen verurteilte.

Nicht der erste Streit mit Trump

Gleichzeitig inszenierte sich Ministerpräsident Sánchez gerne als Widersacher von US-Präsident Trump. Zuletzt, als er dessen Forderung, fünf Prozent der Wirtschaftsleistung für die Verteidigung auszugeben, öffentlich ablehnte. Trump drohte Spanien damals mit einem Rauswurf aus der NATO. Jetzt also soll es ein Handelsembargo geben.

Außenminister Albares hatte während seiner Erklärung noch einmal versucht, auf Diplomatie zu setzen: “Spanien setzt sich für Deeskalation ein, für Verhandlungen und für internationales Recht. Wir wollen mit unserer Stimme ausgleichen und zur Vernunft beitragen.”

Den Ausgleich konnte Albares nicht erreichen. Die Tür nach Washington scheint erst mal zu. Die USA würden jeglichen Handel mit Spanien beenden, er wolle mit Spanien nichts mehr zu tun haben, sagte Trump. Es sei für ihn eines der schrecklichen Länder in Europa.

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