Vor dem G20-Gipfel: Johannesburg putzt sich heraus

Vor dem G20-Gipfel: Johannesburg putzt sich heraus

Ein Mann arbeitet in der Nähe eines G20-Schildes im Nasrec Expo Centre in Johannesburg.

Stand: 21.11.2025 14:22 Uhr

Am Wochenende startet in Südafrikas Wirtschaftsmetropole der G20-Gipfel. Johannesburg will sich nach monatelangen Vorbereitungen von der besten Seite zeigen. Doch was passiert danach?

Stephan Ueberbach

Es laufen die letzten Arbeiten. Schlaglöcher werden ausgebessert, Wasserleitungen geflickt, Laternen repariert. Überall in der Stadt sind Müllsammler unterwegs, auch in heruntergekommenen Innenstadtvierteln wie Hillbrow oder Yeoville, wo sich Anwohner verwundert die Augen reiben. Bürgermeister Dada Morero vom Afrikanischen Nationalkongress ANC ist davon überzeugt, dass Johannesburg ein guter Gipfel-Gastgeber sein wird. 

Man sei bereit, die Staatsoberhäupter zu empfangen: “Wir haben sichergestellt, dass unsere Infrastruktur weiterhin in gutem Zustand ist. Ja, es gibt hier und da Herausforderungen, aber wir kümmern uns auch um die Themen und Wartungsarbeiten, die über den G20-Gipfel hinaus wichtig sind.”

Johannesburg tut also ganz offensichtlich viel dafür, um dem eigenen Anspruch, eine “World-Class-City” zu sein, eine Stadt von Weltformat, zumindest für das G20-Treffen gerecht zu werden. Und um seine marode Infrastruktur auch über den Gipfel hinaus wieder in Schuss zu bringen.

Überall in der Stadt wird Müll gesammelt, um das Stadtbild zu verschönern.

Sorgen um die Wasserversorgung

Schon seit Jahren leiden die Bürgerinnen und Bürger der Stadt unter ständigen Stromausfällen, illegalen Müllkippen, kaputten Ampeln, miserablen Straßen und vielem mehr.

Yunus Chamda von der Initiative “Krisenallianz Johannesburg” sorgt sich vor allem um die Waserversorgung: “Wir hoffen, dass die Gäste keine Ausfälle erleben. Aber die nötigen Reparaturen können bis zum Gipfel nicht fertig werden. Das heißt: Die Aufmerksamkeit gilt den G20-Gebieten, während viele Bewohner weiter ohne Wasser auskommen müssen. Dabei sollte sich die Stadt doch um ihre Bürger kümmern.”

Hoffnung auf weitere Entwicklung

Das sehen in der südafrikanischen Millionenmetropole viele so. Zum Beispiel Ricco Tshesane. Er wohnt in Johannesburg und sagt: “Dieses G20! Wir wissen, dass es wichtig ist. Aber wir fragen uns, was passiert danach?”

Aber es gibt auch andere Stimmen. Brian Thamaga etwa ist ebenfalls in Johannesburg zu Hause und findet, dass in der Stadt schon einiges passiert ist. “Die Straßen werden repariert, die Infrastruktur instand gesetzt, Teile der Stadt werden gereinigt. Wir sind glücklich über die Veränderungen, die wir sehen und hoffen, dass es nach diesem Ereignis noch mehr positive Veränderungen gibt.”

Seit vielen Wochen wird die Polizei auf den Einsatz beim G20-Gipfel vorbereitet.

Sicherheitsmaßnahmen in vollem Gang

Die Sicherheitsmaßnahmen sind enorm. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot im Einsatz, Hubschrauber überwachen den Veranstaltungsort aus der Luft, wichtige Straßen werden für die G20-Delegationen gesperrt.

Erste Proteste gegen das Treffen sind schon angekündigt. Demonstrationen will die Stadt aber nur in extra dafür ausgewiesenen Gebieten außerhalb des Messegeländes dulden. Vize-Polizeichefin Tebello Mosikili: “Wer seine Unzufriedenheit zum Ausdruck bringen möchte, zum Beispiel mit der Servicequalität in der Stadt oder mit was auch immer, sollte das im Rahmen des Gesetzes tun.”

Viel Event-Erfahrungen

Seit einem Jahr hat die südafrikanische G20-Präsidentschaft auf dieses Wochenende hingearbeitet und mehr als 130 hochkarätig besetzte internationale Treffen ausgerichtet. Auch der Höhepunkt zum Schluss, das Treffen der Staats- und Regierungschefs, dürfte glatt über die Bühne gehen. Davon ist jedenfalls der Außenpolitikexperte Oscar van Heerden von der Universität Johannesburg überzeugt.

“Wir haben schon viele internationale Konferenzen organisiert, große Gipfeltreffen, sogar die Fußball-WM 2010. Johannesburg hat die Infrastruktur, die Hotels und ein großes Messe-Gelände. Ich glaube nicht, dass es mit diesem G20-Treffen ein Problem geben wird.”

Comments

No comments yet. Why don’t you start the discussion?

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *