USA warnen Iran vor Provokationen bei Militärmanöver in Meerenge

USA warnen Iran vor Provokationen bei Militärmanöver in Meerenge

Satellitenaufnahme der Straße von Hormus. (Archivbild: 27.12.2011)

Stand: 31.01.2026 11:03 Uhr

Der Iran will ab morgen ein Militärmanöver in der Straße von Hormus abhalten – mit scharfer Munition. Die USA senden eine deutliche Warnung an Teheran. US-Präsident Trump kündigte zudem die Entsendung weiterer Kriegsschiffe an.

Während die USA weitere Kriegsschiffe in Richtung Iran verlegen, plant die Islamischen Revolutionsgarde ein Manöver in der Straße von Hormus. Das Regime will unter anderem mit scharfer Munition in der Meerenge schießen. Die Straße von Hormus, die den Persischen Golf im Westen und den Golf von Oman im Osten verbindet, gilt als eine der wichtigsten Seefahrtsrouten weltweit. 30 Prozent des verschifften Öls wurden laut der Internationalen Energie-Agentur (IEA) 2023 durch die Straße von Hormus transportiert.

Entsprechend entschieden fällt die Warnung der USA aus: Man werde keine “unsicheren” Manöver wie zum Beispiel Flüge über US-Kriegsschiffe oder Stützpunkte in niedriger Höhe tolerieren. Das gelte auch für das Annähern iranischer Schnellboote auf Kollisionskurs mit US-Schiffen, erklärte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando (CENTCOM).

US-Militär fordert “professionelles Verhalten”

“Jegliches unsicheres und unprofessionelles Verhalten in der Nähe von US-Truppen, regionalen Partnern oder kommerziellen Schiffen erhöht das Risiko einer Kollision, Eskalation und Destabilisierung”, erklärte das US-Militär weiter.

Das ab morgen geplante Manöver der Iraner dürfe die Freiheit der Schifffahrt und die internationale Handelsschifffahrt in der wichtigen Meeresenge nicht beeinträchtigen, forderte das US-Militär.

“Mal sehen was passiert, wenn es keinen Deal gibt”

Die Lage in der Region ist höchst angespannt. US-Präsident Donald Trump hat Teheran zuletzt mehrfach mit Militärschlägen gedroht, auch im Zusammenhang mit der gewaltsamen Niederschlagung der jüngsten Proteste. Der Iran müsse sich auf einen “Deal” einlassen, fordert Trump. Dabei soll es unter anderem um eine Einstellung von Irans Atomprogramm gehen und um eine Begrenzung der Entwicklung ballistischer Raketen.

“Wenn es keinen Deal gibt – mal sehen, was dann passiert”, sagte der Republikaner. Weitere Kriegsschiffe seien auf dem Weg in die Region. Nach US-Medienberichten sind inzwischen mindestens drei Kriegsschiffe, ein Dutzend Kampfjets, zwei Zerstörer und der Flugzeugträger “USS Abraham Lincoln” in der Region.

Trump behauptete erneut, dass er mit seiner Gewaltdrohung an die iranische Regierung die geplante Hinrichtung von 837 Menschen verhindert habe. Belege dafür gibt es nicht. Verifizierte Informationen aus dem Iran zu bekommen, ist äußerst schwierig.

Der US-Präsident wollte sich nicht dazu äußern, ob er dem Iran Fristen gesetzt habe, sagte dazu aber: “Sie wissen auf jeden Fall Bescheid.” Er bekräftigte, dass der Iran einen Deal eingehen wolle.

Mögliche Angriffe auch in anderen Ländern?

Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP hat der Iran inzwischen seine Streitkräfte in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Die Streitkräfte seien “in voller Verteidigungs- und Kampfbereitschaft”, erklärte Armeechef Amir Hatami nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. “Wenn der Feind einen Fehler macht, wird dies zweifellos seine eigene Sicherheit, die Sicherheit der Region und die Sicherheit des zionistischen Regimes gefährden”, warnte Hatami demnach.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi hatte am Freitag erklärt, sein Land sei sowohl für Verhandlungen als auch für einen Krieg bereit. Er wies zentrale Forderungen Trumps zurück. Verteidigungsstrategien und Raketensysteme würden niemals Gegenstand von Verhandlungen sein, erklärte Araghtschi. Der Iran werde seine Fähigkeiten bewahren und notfalls sogar ausbauen. Er warnte die USA, dass ein militärischer Konflikt diesmal über einen bilateralen Krieg hinausgehen könnte. Im Juni vergangenen Jahres hatte das US-Militär im Iran – flankierend zu israelischen Angriffen – Atomanlagen bombardiert.

Fachleute befürchten, dass im Falle eines US-Militäreinsatzes verbündete Länder der USA in der Region vom Iran angegriffen werden könnten. Die Vereinigten Staaten versorgen viele ihrer Verbündeten mit Rüstungsgütern. Gestern billigte das US-Außenministerium milliardenschwere Waffenverkäufe an Saudi-Arabien und Israel. Saudi-Arabien soll 730 “Patriot”-Raketen im Wert von neun Milliarden Dollar (7,6 Milliarden Euro) bekommen.

Israel soll unter anderem Kampfhubschrauber und gepanzerte Fahrzeuge erhalten. Die Exporte haben einen Gesamtwert von knapp 6,7 Milliarden US-Dollar (rund 5,6 Milliarden Euro). Bereits zum dritten Mal wurde der Kongress nicht hinzugezogen, obwohl das Ministerium zu der sogenannten informellen Prüfung eigentlich verpflichtet ist.

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