USA und Taiwan schließen Handelsabkommen

USA und Taiwan schließen Handelsabkommen

Halbleiterwerk von TSMC in einem Vorort von Tainan, Taiwan

Stand: 16.01.2026 10:30 Uhr

Nach monatelangen Verhandlungen zwischen den USA und Taiwan gibt es eine Einigung. Die Importzölle für taiwanische Produkte werden gesenkt. Taiwan unterstützt dafür Investitionen in den Vereinigten Staaten.

US-Präsident Donald Trump kann einen weiteren Handelsdeal verkünden: mit Taiwan, das für seine Führungsrolle in der Halbleiterproduktion bekannt ist. Produkte aus Taiwan sollen bei Einfuhr in die USA künftig niedriger besteuert werden. Im Gegenzug hat Taiwan mehr Investitionen in den USA in Aussicht gestellt.

Nach Angaben von US-Handelsminister Howard Lutnick gehört dazu auch die Investition in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar in den USA, die der Chiphersteller TSMC bereits im vergangenen Jahr zugesagt hatte. Zudem werde Taiwan Kredite in Höhe von 250 Milliarden US-Dollar garantieren, um weitere Investitionen taiwanischer Unternehmen in den USA zu erleichtern.

Produktion in den USA soll gestärkt werden

Die zusätzlichen Investitionen in den USA sollen vor allem in die Halbleiterindustrie und in den Bereich Künstliche Intelligenz (KI) fließen. Vom US-Handelsministerium hieß es, mit dem Abkommen werde ein großer Teil des amerikanischen Halbleitersektors wieder in die USA verlagert.

Teil der Vereinbarung sei, dass taiwanische Halbleiter- und Technologieunternehmen mindestens 250 Milliarden US-Dollar in den Ausbau der Produktion in den USA investieren. “Wir hoffen, dass wir in Zukunft enge strategische KI-Partner werden können”, sagte die stellvertretende taiwanische Ministerpräsidentin Cheng Li-chiun auf einer Pressekonferenz in Washington.

Sorgen trotz niedrigerer Zölle

Positiv für Taiwan: Auf in die USA importierte Produkte wird künftig nur noch ein Importzoll von 15 Prozent aufgeschlagen. Auf allgemeine Arzneimittel und bestimmte Rohstoffe wird kein Zoll fällig.

Im April vergangenen Jahres, zum sogenannten “Liberation Day”, hatte US-Präsident Trump zunächst einen allgemeinen Importzoll von 32 Prozent auf Produkte aus Taiwan verhängt. Der wurde später auf 20 Prozent gesenkt.

Der neue Zollsatz ist zwar niedriger, besorgt taiwanische Unternehmen aber dennoch. Man sei jetzt bei den Zöllen auf Augenhöhe mit den Hauptkonkurrenten aus Südkorea und Japan, hieß es etwa vom taiwanischen Werkzeugmaschinenhersteller Litz Hitech Corp. Angesichts der einstelligen Gewinnmargen des Unternehmens sei es jedoch unmöglich, die Zölle für US-Kunden zu verkraften.

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