Die Trump-Regierung verfolgt bislang eine wechselhafte Linie bezüglich Waffenlieferungen an die Ukraine. Nun stärkt sie die ukrainische Luftabwehr mit Zubehör für “Patriot”-Systeme. Unterdessen greift Russland weiter an.
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat einen Waffenverkauf im Wert von 105 Millionen US-Dollar an die Ukraine genehmigt. Der Verkauf umfasst Ersatzteile, Upgrades der aktuellen Abschussvorrichtungen und weiteres Zubehör, um die bestehenden “Patriot”-Luftabwehrsysteme des Landes instand zu halten.
Das Außenministerium gab bekannt, dass es den Deal abgesegnet und den Kongress darüber informiert habe. Es erklärte, der Verkauf diene dazu, “die außen- und sicherheitspolitischen Ziele der Vereinigten Staaten zu unterstützen, indem die Sicherheit eines Partnerlandes verbessert wird, das ein Motor für politische Stabilität und wirtschaftlichen Fortschritt in Europa ist”.
Die US-Unterstützung für die Ukraine beläuft sich seit Beginn des russischen Angriffskrieges im Februar 2022 auf insgesamt rund 67 Milliarden Dollar. Seit dem Beginn von Trumps zweiter Amtszeit sind Ankündigungen von Waffenlieferungen aber seltener geworden, weil der Präsident Militärhilfen für die Ukraine skeptisch gegenübersteht und sie zwischenzeitlich sogar ausgesetzt hatte. Zudem wollen die USA bestimmte Waffen nur liefern, wenn diese von anderen Unterstützern der Ukraine finanziert werden.
Hochrangige US-Militärs in Kiew
Trump versuchte bislang vergeblich, Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine zu vermitteln. Dabei vollzog er mehrere Kehrtwenden: Einerseits bestand er darauf, dass Kiew von Moskau besetztes Gebiet abtreten müsse, andererseits deutete er an, dass die Ukraine möglicherweise alle Gebiete zurückerobern könnte, die Russland seit seiner Invasion 2022 eingenommen hat.
Wie US-Medien berichteten, sind zwei hochrangige Vertreter des US-Militärs zu einem unangekündigten Besuch in Kiew eingetroffen. Sie sollen mit ukrainischen Militärvertretern, Abgeordneten und Präsident Wolodymyr Selenskyj zusammentreffen. Laut der Nachrichtenseite Politico wollen sich die beiden darauf konzentrieren, die ukrainische Führung wieder in den ins Stocken geratenen Friedensprozess mit Russland einzubinden.
Angriff auf Charkiw
Unterdessen setzt Russland seine Angriffe auf das Nachbarland fort. Bei einem Drohnenangriff auf die ostukrainische Großstadt Charkiw sind regionalen Behörden zufolge mindestens 30 Menschen verletzt worden. Zudem seien Feuer ausgebrochen und Autos, Garagen und ein Supermarkt beschädigt worden, teilte der Gouverneur der Region Charkiw, Oleh Synehubow, im Onlinedienst Telegram mit. Ein Supermarkt sei zerstört und ein neunstöckiges Wohnhaus nach einem Treffer evakuiert worden, meldete zudem der Bürgermeister der Stadt, Ihor Terechow.
