US-Medien: Abschiebungsfall in Umfeld von Trump-Sprecherin Leavitt

US-Medien: Abschiebungsfall in Umfeld von Trump-Sprecherin Leavitt

Karoline Leavitt

Stand: 26.11.2025 17:09 Uhr

Immer wieder sorgt das Vorgehen der Migrationsbehörde ICE in den USA für Proteste. Nun traf es offenbar eine Frau aus dem Umfeld von Trump-Sprecherin Leavitt: Medien zufolge wurde die Mutter ihres Neffen festgenommen und soll abgeschoben werden.

Die Migrationsbehörde ICE hat Medienberichten zufolge eine Frau aus dem familiären Umfeld von US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt festgenommen. Dabei handle es sich um die Mutter von Leavitts Neffen, die aus Brasilien stammen soll.

Sie sei nach Louisiana in eine Abschiebe-Einrichtung der Migrationsbehörde ICE gebracht worden, berichteten verschiedene US-Medien. Die Frau habe mit Leavitts Bruder Michael einen Sohn aus einer vergangenen Beziehung.

ICE-Festnahmen sind Teil der verschärften US-Migrationspolitik. Die Trump-Regierung forciert rigoros die Abschiebung von Menschen, die mutmaßlich ohne gültige Papiere im Land leben. Auch Leavitt hatte den Kurs in der Vergangenheit verteidigt, zum konkreten Fall äußerte sie sich nun nicht.

Widersprüchliche Angaben

Zu den Details der Festnahme und der Lebenssituation der Betroffenen gibt es unterschiedliche Angaben. Ein Mitarbeiter der US-Regierung bestätigte gegenüber dem Lokalsender WBUR die familiäre Verbindung. NBC News zufolge wohnte die Frau nicht mit dem Jungen zusammen. Der Elfjährige lebe schon immer fest bei seinem Vater in New Hampshire, zitierte der Sender eine mit dem Fall vertraute Person.

Der Anwalt der Frau, Todd Pomerleau, widersprach gegenüber WBUR Berichten, nach denen seine Mandantin keine Beziehung zu ihrem Sohn und kein Sorgerecht habe. Diese Behauptungen seien nicht wahr, sagte er. “Sie teilen sich das Sorgerecht für ihr Kind.”

Laut Angehörigen 1998 in die USA eingereist

Laut einem Spendenaufruf von Angehörigen im Internet war die Frau 1998 mit ihren Eltern in die USA eingereist und hielt sich danach auf Basis des Daca-Programms legal in den USA auf. Dabei handelt es sich um einen Schutzstatus für Menschen, die als Kinder irregulär mit ihren Eltern in die USA einreisten.

Der Status kann allerdings entzogen werden, etwa, wenn sich die Person etwas zuschulden kommen lässt. Die Sprecherin des Heimatschutzministeriums, Tricia McLaughlin, sagte WBUR, die Frau sei schon einmal wegen Körperverletzung festgenommen worden.

Anwalt Pomerleau bestritt gegenüber CNN hingegen, dass sie Vorstrafen habe. Sie habe ihren Status vor einigen Jahren nicht verlängern können, als US-Präsident Donald Trump während seiner ersten Amtszeit versuchte, das Programm zu beenden. Sie versuche aber derzeit über ein reguläres Einbürgerungsverfahren die US-Staatsbürgerschaft zu erlangen.

Trump hatte bereits im Wahlkampf angekündigt, hart gegen Einwanderer ohne gültige Aufenthaltserlaubnis vorzugehen und Millionen Ausländer ohne Papiere abzuschieben. Seit seinem Amtsantritt im Januar nehmen ICE-Beamte im ganzen Land Razzien vor. Der Einsatz schwer bewaffneter, maskierter Beamter an öffentlichen Orten gegen mutmaßlich illegale Einwanderer löste Proteste und eine erbitterte Debatte in den USA aus.

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