Auch in Südafrika wird der Angriff der USA auf Venezuela scharf verurteilt. Allein diese Kritik könnte das Verhältnis beider Staaten weiter verschlechtern. Aber es gibt noch weitere Probleme.
Südafrikas größte Regierungspartei findet deutliche Worte: Das Vorgehen der USA in Venezuela sei nichts anderes als eine imperialistische Aggression, ein Angriff auf internationales Recht und eine Bedrohung des Weltfriedens, sagte Generalsekretär Mbalula nach einer Sitzung der ANC-Führungsspitze.
Die Festnahme des “Genossen” Nicolás Maduro untergrabe die Charta der Vereinten Nationen und gefährde die globale Stabilität. Die USA unter Donald Trump spielten sich als Weltpolizist auf. Und das in einer Zeit, in der Zusammenarbeit und Dialog gebraucht würden.
Nach Ansicht des ANC geht es den USA in Lateinamerika um geopolitische Interessen, um Rohstoffe und um Märkte. Militärische Invasionen heizten Krisen aber nur noch an. Maduro und seine Frau müssten sofort freigelassen werden.
Spannungen zwischen USA und Südafrika
Die scharf formulierte Kritik dürfte das ohnehin schon angespannte Verhältnis zwischen Südafrika und den USA zusätzlich belasten.
Gleiches gilt für das bevorstehende Militärmanöver, an dem ab Freitag vor der Küste von Kapstadt unter anderem Schiffe aus China, Russland und dem Iran teilnehmen werden. Länder, die Washington als Gegner sieht.
Außerdem wirft die Trump-Regierung Südafrika einen Völkermord an Weißen vor und hat für südafrikanische Exporte in die USA Strafzölle von 30 Prozent verhängt.

