Bundesumweltminister Schneider hat am Vormittag die Einzelheiten einer neuen Förderung von E-Autos vorgestellt. Je geringer das Einkommen und je höher die Zahl der Kinder, desto höher der Zuschuss.
Umweltminister Carsten Schneider fällt keiner mehr ein – kein vernünftiger Grund, der Privatleute jetzt noch davon abhalten sollte, auf einen Wagen mit Elektromotor umzusteigen, wenn sie sich ein neues Auto zulegen.
Noch bevor der SPD-Politiker die Einzelheiten des neuen Förderprogramms aus seinem Haus erläutert, legt er erst mal ein Bekenntnis ab: Für schicke Autos. Und die E-Mobilität an sich: Sie sorge für saubere Luft in den Städten und mache Spaß beim Fahren. “Das sind jetzt richtig geile Autos, die von deutschen Herstellern auf dem Markt sind.”
Prämie für 800.000 Autos
Geile Autos, auch für Menschen, die nicht ganz so viel auf dem Konto haben – damit lockt die Bundesregierung. Nach diversen Anreizen für mehr Firmenwagen mit E-Motor sind jetzt drei Milliarden Euro für Privathaushalte reserviert. Das soll für etwa 800.000 Neuwagen in den nächsten Jahren reichen, sagt Schneider.
Die Förderhöhe liegt zwischen 1.500 und 6.000 Euro. Welcher Haushalt wie viel bekommt, hängt von mehreren Faktoren ab: Der Höhe des Einkommens, der Größe der Familie, und der Art des Autos. Faustregel: Wer weniger verdient oder Kinder hat, bekommt mehr Geld vom Staat.
Das Jahreseinkommen darf bei Haushalten ohne Kinder 80.000 Euro nicht überschreiten – mit Kindern sind es 90.000. Reine E-Autos bezuschusst der Staat mit einer Basisförderung von 3.000 Euro.
Weniger Geld für Hybride
Bei Fahrzeugen, die zusätzlich einen Verbrennungsmotor an Bord haben – also Range Extender und Plug-In-Hybride – ist es die Hälfte. Sie sind nur förderfähig, wenn sie nicht mehr als 60 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Hybride müssen eine rein elektrische Reichweite von mindestens 80 Kilometern haben.
Umweltverbände und die Opposition kritisieren, dass auch Hybridautos gefördert werden. Die Deutsche Umwelthilfe spricht von einem milliardenschweren Geschenk für Autohersteller – ohne Lenkungswirkung für mehr Klimaschutz.
Die stellvertretende Fraktionschefin der Grünen, Katharina Dröge, bemängelt, dass die Bundesregierung die Größe der Autos nicht begrenze und im Einkommensbereich sehr hoch gehe. “Bei den Mitteln, die zur Verfügung stehen, halten wir das für nicht zielgerichtet”, so Dröge.
Die Grünen werfen der Koalition außerdem einen Schlingerkurs auf EU-Ebene vor. E-Auto-Förderung im Inland – und gleichzeitig der Einsatz für laxere Regeln beim sogenannten Verbrenner-Aus in Brüssel: Das passe nicht zusammen.
Förderung rückwirkend zum 1. Januar
Für den Umweltminister dagegen ist das neue Förderprogramm ein Kompromiss. Plug-In-Hybride spielten bei der Sicherung von Arbeitsplätzen in der deutschen Auto-Industrie eine wichtige Rolle. Sein Ministerium will jetzt ein Online-Portal starten, über das Interessierte die neue Förderung beantragen können. Es wird voraussichtlich im Mai freigeschaltet.
Der vielleicht wichtigste Punkt für alle, die bis jetzt abgewartet haben: Sie können loslegen. Die Prämie gibt es rückwirkend zum 1. Januar 2026 – unabhängig davon, ob der Neuwagen gekauft oder geleast wurde.
