Ukrainische Vertreter verhandeln erneut mit den USA

Ukrainische Vertreter verhandeln erneut mit den USA

Leeres Podium mit den Flaggen der USA und der Ukraine

Stand: 17.01.2026 15:10 Uhr

Wichtige Punkte sind in den Ukraine-Verhandlungen weiter offen. Doch Präsident Selenskyj hofft auf die Unterzeichnung eines Abkommens kommende Woche. Nun ist erneut eine ukrainische Delegation in die USA gereist.

Vertreter der Ukraine sind für weitere Gespräche über ein mögliches Kriegsende und Sicherheitsgarantien für Kiew im US-Bundesstaat Florida eingetroffen. Es sollten “wichtige Gespräche mit unseren amerikanischen Partnern über die Details eines Friedensabkommens” geführt werden, erklärte der Leiter des ukrainischen Präsidialamtes, Kyrylo Budanow.

Dafür sei ein Treffen mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff, dem Schwiegersohn von Präsident Donald Trump, Jared Kushner, sowie Armeeminister Dan Driscoll geplant. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor die Abreise der Delegation bekanntgegeben. Ihr gehören neben Budanow auch der Chef des ukrainischen Sicherheitsrats, Rustem Umerow, und Unterhändler David Arachamia an.

Selenskyj hofft auf Unterzeichnung in Davos

Bei dem Treffen in Florida soll es um Sicherheitsgarantien für die Ukraine und die wirtschaftliche Erholung des Landes gehen. Die Unterzeichnung eines Abkommens zu Garantien für die Ukraine ist laut Selenskyj bereits während des Weltwirtschaftsforums im schweizerischen Davos in der kommenden Woche möglich. Die Vorschläge müssten auch noch Russland vorgelegt werden.

“Ich denke, wir haben gut mit der amerikanischen Seite zusammengearbeitet, wir sind nur in einigen Fragen nicht einer Meinung”, sagte Selenskyj. US-Präsident Trump hatte Anfang der Woche gesagt, er werde Selenskyj möglicherweise beim Weltwirtschaftsforum treffen.

Die Ukraine und ihre europäischen Verbündeten hatten sich zuletzt mit den USA auf einen 20-Punkte-Plan zur Beendigung des russischen Angriffskriegs geeinigt. Damit liegt eine überarbeitete Fassung eines im November von den USA vorgelegten 28-Punkte-Plans vor, der als sehr russlandfreundlich kritisiert worden war. Moskau hat bislang jegliche Anpassungen zurückgewiesen und beharrt in den meisten Verhandlungspunkten auf Maximalforderungen.

Wieder russische Angriffe auf Energieversorgung

Unterdessen setzte Russland seine Attacken auf die ukrainische Energieversorgung fort. In der Nacht zum Samstag seien Anlagen in den Regionen Kiew und Odessa angegriffen worden, teilte das ukrainische Energieministerium mit. In der Region Kiew seien mehr als 20 Ortschaften ohne Strom gewesen. Der neue Energieminister, Denys Schmyhal, sagte, die Behörden hätten die Ausgangssperre gelockert, damit die Menschen bei Bedarf öffentliche Zentren aufsuchen können, in denen geheizt ist.

Russland versucht, die ukrainische Zivilbevölkerung in den eisigen Wintermonaten von Wärme und fließendem Wasser abzuschneiden, um so den Widerstandswillen gegen die Invasion zu brechen. Die Nachttemperaturen in der Ukraine sind auf bis zu minus 18 Grad gefallen.

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