Ukraine meldetzahlreiche Tote durch russische Angriffe

Ukraine meldetzahlreiche Tote durch russische Angriffe

Die Feuerwehr löscht ein brennendes mehrstöckiges Wohnhaus in Ternopil.

Stand: 19.11.2025 14:08 Uhr

Bei russischen Angriffen sind in der ukrainischen Stadt Ternopil mindestens 20 Menschen getötet worden. Landesweit wurden Dutzende Verletzte gemeldet. Die USA haben weitere Rüstungshilfe für die Ukraine genehmigt.

Russland hat in der Nacht erneut mehrere Regionen in der Ukraine mit Drohnen und Raketen attackiert. In der Stadt Ternopil im Westen des Landes starben nach Angaben der Regierung und des Nationalen Rettungsdienstes mindestens 20 Menschen. Mindestens 64 weitere Menschen wurden laut Polizei verletzt, darunter 16 Kinder.

In Ternopil seien mehrere mehrstöckige Wohngebäude getroffen worden, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit. Laut Innenminister Ihor Klymenko sind nach wie vor Menschen unter Trümmern verschüttet.

Auch aus der etwa 130 Kilometer entfernten Stadt Lwiw wurden Explosionen gemeldet, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Der Gouverneur der Region Lwiw, Maksym Kosyzkyj, bestätigte die Angriffe. Todesopfer habe es in dieser Region nicht gegeben. Bei den Angriffen seien eine Energieanlage und ein Industriegelände beschädigt worden.

Karte der Ukraine und Russlands, hell schraffiert: von Russland besetzte Gebiete

Mehr als 30 Verletzte in Charkiw

Insgesamt habe Russland die Ukraine erneut mit mehr als 470 Drohnen und 48 Raketen angegriffen, hieß es von Präsident Selenskyj weiter. Bei Angriffen auf die Stadt Charkiw im Osten des Landes wurden Behördenangaben zufolge mehr als 30 Menschen verletzt. Mehrere Wohnhäuser seien getroffen und Brände ausgelöst worden. Zudem seien zahlreiche Autos, eine Arztpraxis und ein Supermarkt beschädigt worden, teilte der dortige Regionalgouverneur Oleh Synjehubow mit.

In mehreren Regionen wurde laut Selenskyj auch Energie- und Transportinfrastruktur beschädigt. Angaben des ukrainischen Energieministeriums zufolge sei es dadurch in mehreren Gebieten zu Stromausfällen gekommen.

Russland meldet Angriff mit ATACMS-Raketen

Das russische Verteidigungsministerium bestätigte am Morgen einen zuvor vom ukrainischen Militär bekanntgegebenen Angriff auf die russische Region Woronesch. Dabei habe die Ukraine von den USA gelieferte ATACMS-Raketen eingesetzt. Erstmals soll die Ukraine vor einem Jahr russisches Staatsgebiet mit diesem Raketentyp attackiert haben, auch im Januar hatte Russland Angriffe mit ATACMS-Raketen gemeldet.

Bei den jüngsten Angriffen wurden den Angaben aus Moskau zufolge vier ATACMS-Raketen abgewehrt und zerstört. Es habe keine Toten oder Verletzten durch die Angriffe gegeben. Trümmer der abgeschossenen Raketen hätten das Dach eines wissenschaftlichen Zentrums, ein Heim für Waisenkinder und ein Privatgrundstück getroffen.

Als Reaktion auf die Angriffe hat Russland eigenen Angaben zufolge die Startrampen für die US-Raketen in der Region Charkiw mit Iskander-Raketen attackiert und zerstört. Vonseiten der Ukraine sind diese Angaben bislang nicht bestätigt worden.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

USA genehmigen weitere Militärhilfe

Um die Ukraine in ihrem Kampf gegen den russischen Angriffskrieg zu unterstützen, haben die USA weitere Militärhilfen zugesagt. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump genehmigte einen Waffenverkauf im Wert von 105 Millionen US-Dollar an die Ukraine. Der Verkauf umfasst Ersatzteile, Upgrades der aktuellen Abschussvorrichtungen und weiteres Zubehör, um die bestehenden “Patriot”-Luftabwehrsysteme des Landes instand zu halten.

Die US-Unterstützung für die Ukraine beläuft sich seit Beginn des russischen Angriffskrieges im Februar 2022 auf insgesamt rund 67 Milliarden Dollar. Seit dem Beginn von Trumps zweiter Amtszeit sind Ankündigungen von Waffenlieferungen aber seltener geworden, weil der Präsident Militärhilfen für die Ukraine skeptisch gegenübersteht und sie zwischenzeitlich sogar ausgesetzt hatte. Zudem wollen die USA bestimmte Waffen nur liefern, wenn diese von anderen Unterstützern der Ukraine finanziert werden.

Zwischenfall mit russischem Spionageschiff

Großbritannien meldete unterdessen einen Zwischenfall mit einem russischen Spionageschiff. Auf britische Piloten, die die “Jantar” beobachten sollten, seien von dem Schiff aus Laser gerichtet worden.

Für den Fall, dass die “Jantar” zu einer Bedrohung werden sollte, halte Großbritannien “militärische Optionen” bereit, teilte Verteidigungsminister John Healey mit. Das Schiff, das Unterseekabel kartiere, befinde sich derzeit am Rande britischer Gewässer nördlich von Schottland. Der Einsatz von Laserstrahlen gegen Piloten dient oft deren Blendung.

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