Uganda: Oppositionelle festgenommen oder verschwunden

Uganda: Oppositionelle festgenommen oder verschwunden

Ugandische Sicherheitskräfte patrouillieren in Kampala.

Stand: 28.01.2026 15:19 Uhr

Ugandas Präsident Museveni ist seit 40 Jahren an der Macht, vor wenigen Tagen wurde er nach einer umstrittenen Wahl erneut zum Sieger erklärt. Seitdem häufen sich Berichte, dass er gewaltsam gegen seine Kritiker vorgeht.

Karin Bensch

Seit der Präsidentschaftswahl Mitte Januar sind in Uganda mehr als 400 Menschen festgenommen worden, berichten lokale Medien. Etliche von ihnen, die sich gegen den Ablauf der Wahl und die Stimmauszählung ausgesprochen hatten, seien angeklagt worden. Kritiker seien verschwunden.

Das gilt auch für die beiden wichtigsten Anführer der Opposition. Kizza Besigye, 69 Jahre, angeklagt wegen Hochverrats, sitzt bereits seit mehr als einem Jahr im Gefängnis.

Er war früher der Leibarzt von Präsident Museveni, trat viermal gegen ihn bei Präsidentschaftswahlen an und gilt als einer seiner hartnäckigsten politischen Gegner.

Herrscht seit 40 Jahren in Uganda: Präsident Yoweri Museveni.

Oppositionsführer untergetaucht

Der bekannte Oppositionsführer und Musiker Bobi Wine, mit bürgerlichem Namen Robert Kyagulanyi, tauchte nach den Wahlen unter. Wo er sich derzeit versteckt, ist nicht bekannt. Wine ist vor allem bei jüngeren Menschen in Uganda beliebt, die einen politischen Wandel fordern.

Auf der Internetplattform X erklärte Bobi Wine, dass seit der Wahl mehr als 100 seiner Anhänger getötet worden seien. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Wine beklagt zudem, dass seine Ehefrau in ihrem Haus von Soldaten bedrängt, mit der Waffe bedroht, teils ausgezogen und gewürgt worden sei.

Oppositionsführer und Musiker Bobi Wine hält sich seit den Wahlen versteckt.

Armeechef droht

Der ugandische Armeechef Muhoozi Kainerugaba dagegen bestreitet, dass seine Truppe für den Angriff verantwortlich sei. Unstrittig ist dagegen, dass er Oppositionspolitiker Wine auf der Internetplattform X mit dem Tod gedroht hat. Kainerugaba ist der älteste Sohn des amtierenden Präsidenten Museveni und wird als sein künftiger Nachfolger gehandelt.

Doch nicht nur in Uganda ist nach den Wahlen ein Klima der Angst zu spüren. Im Nachbarland Tansania lässt die alte und neue Präsidentin Samia Suluhu Hassan nach den Wahlen Ende Oktober vergangenen Jahres hart gegen Kritiker vorgehen.

Auch in Kenia wurden im vergangenen Sommer Proteste vor allem junger Leute gegen die Regierung und Präsident William Ruto zum Teil gewaltsam von der Polizei niedergeschlagen, Demonstranten wurden erschossen, Kritiker verschwanden. In drei wichtigen ostafrikanischen Ländern hat sich seit einiger Zeit die politische Lage spürbar verschärft.

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