Überblick über die Angriffe der Nacht im Nahen Osten

Überblick über die Angriffe der Nacht im Nahen Osten

US-Militär bereitet Kampfjet zum Start auf der "USS Abraham Lincoln" vor

Stand: 03.03.2026 • 04:04 Uhr

Explosionen in Teheran, Beirut und Riad – der Krieg im Nahen Osten eskaliert weiter. Israel und die USA greifen Iran erneut an, das Regime antwortet mit Attacken auf Botschaften. Ein Überblick über die Kämpfe in der Region.

Der Krieg in Nahost geht unvermindert weiter – mit Angriffen in Iran, im Libanon, in Saudi-Arabien und in Kuwait. Was wurde von wem angegriffen?

Iran

Iran bleibt weiter das Ziel amerikanischer und israelischer Angriffe. Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben in der Nacht den Sitz des iranischen Staatsrundfunks Irib im Norden Teherans “angegriffen und zerstört”. Der Sender berichtete seinerseits im Onlinedienst Telegram von zwei Explosionen nahe seiner Zentrale in Teheran, erklärte jedoch, seinen Sendebetrieb fortzusetzen. Vor den Angriffen hatte Israel zur Evakuierung des Gebietes aufgerufen. Allerdings dürfte die Warnung nur wenige Menschen rechtzeitig erreicht haben, da die Behörden das Internet in Iran nach Beginn der israelisch-amerikanischen Luftangriffe gesperrt haben. Über mögliche Opfer wurde zunächst nichts mitgeteilt.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP waren Explosionen in Teheran zu hören. Kampfflugzeuge kreisten über der iranischen Hauptstadt, AFP-Journalisten sahen zudem Rauchwolken über dem historischen Zentrum der Stadt und im Osten Teherans aufsteigen. Dort berichteten die Nachrichtenagenturen Tasnim und Mehr von Explosionen.

Libanon

Erneut ist auch die libanesische Hauptstadt Beirut aus der Luft angegriffen worden. Die israelische Armee teilte mit, Ziel der Angriffe seien Kommandozentralen und Waffenlager der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz. Der Sender Al-Manar erklärte im Onlinedienst Telegram, die israelische Armee habe sein Büro in dem Gebiet Harat Hreik im Süden Beiruts attackiert. Al Manar steht der Hisbollah nahe. Die Hisbollah ist der wichtigste nicht-staatliche Verbündete für den Iran und gilt als verlängerter Arm Teherans, insbesondere im Kampf gegen Israel. Die Miliz hatte Israel in der Nacht zu Montag mit Raketen angegriffen.

Bei den folgenden Gegenangriffen sind im Libanon nach Regierungsangaben mindestens 52 Menschen getötet worden. Tausende Menschen flohen. Sozialminister Hanin al-Sajed sagte, im ganzen Land seien 171 Notunterkünfte eingerichtet worden, in denen rund 29.000 Vertriebene untergebracht seien.

Saudi-Arabien

In der Nacht wurde die US-Botschaft in der saudischen Hauptstadt Riad angegriffen. Zwei Drohnen trafen das Gebäude. Dies habe zu einem “begrenzten Brand” und geringfügigen Schäden geführt, hieß es in der Nacht auf Dienstag. Im diplomatischen Viertel im Westen der Stadt waren am frühen Dienstagmorgen zwei laute Explosionen zu hören, wie Augenzeugen der Nachrichtenagentur AFP mitteilten.

Das Botschaftspersonal wurde aufgefordert, sich sofort in Sicherheit zu bringen und die Botschaft bis auf weiteres zu meiden, da es zu einem Angriff auf die Einrichtung gekommen sei.

Angesichts der Bedrohungslage in der Region rief Washington US-Bürger in fast allen Ländern des Nahen Ostens auf, die Region “sofort” auf kommerziellem Wege zu verlassen. Der von US-Außenminister Marco Rubio im Onlinedienst X verbreitete Aufruf betrifft vierzehn Länder der Region, darunter Ägypten, Saudi-Arabien, den Irak und Syrien. Zuvor hatte das US-Außenministerium bereits nicht unbedingt benötigtes Personal seiner Botschaften zum Verlassen dieser Länder aufgerufen. In vielen Ländern der Region befinden sich US-Armeestützpunkte.

Auch die saudische Ölraffinerie Ras Tanura wurde von Drohnen attackiert. Ein Militärsprecher teilte in einem Bericht der staatlichen saudischen Nachrichtenagentur mit, der Angriff auf die Raffinerie sei abgewehrt worden. Der Erdölkonzern Saudi Aramco stellte den Betrieb vorsorglich ein.

Kuwait

Am Montag war bereits das US-Botschaftsgelände in Kuwait getroffen worden. Auch hier wurden Drohnen eingesetzt.

Das Militär des Golfstaats meldete die ersten beiden Todesopfer in den eigenen Reihen seit Beginn der iranischen Gegenangriffe in der Region. Zwei Marinesoldaten seien im Dienst bei einem “Militäreinsatz” ums Leben gekommen, teilte der Generalstabschef der kuwaitischen Armee mit. Details dazu, wo und wie genau die Soldaten ums Leben kam, wurden nicht genannt.

Am Montagmorgen stürzten in Kuwait mehrere US-Militärflugzeuge durch sogenanntes “friendly fire”, also versehentlichen Beschuss, ab – die Besatzung überlebte.

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