Trump droht Kanada mit Blockade neuer Grenzbrücke

Trump droht Kanada mit Blockade neuer Grenzbrücke

Gordie Howe International Bridge

Stand: 10.02.2026 09:30 Uhr

Nach der China-Reise des kanadischen Premiers Carney eskaliert der Handelskonflikt mit den Vereinigten Staaten weiter. Nun droht US-Präsident Trump damit, die Eröffnung einer fast fertigen Brücke zu blockieren.

US-Präsident Donald Trump legt im Handelsstreit mit Kanada nach und droht mit der Blockade einer neuen Grenzbrücke zwischen beiden Ländern. Er werde deren Eröffnung nicht zulassen, bis Kanada die Vereinigten Staaten mit Fairness und dem Respekt behandle, den die Vereinigten Staaten verdienten, schrieb der Republikaner auf seiner Internetplattform.

Die Brücke müsste auch mindestens zur Hälfte den USA gehören, forderte er. Man werde unverzüglich Verhandlungen aufnehmen, kündigte Trump an. Konkretere Angaben dazu machte der US-Präsident nicht.

Grenzbrücke soll in diesem Jahr eröffnet werden

Die Brücke über den Detroit River verbindet die Stadt Windsor in der kanadischen Provinz Ontario mit der US-Stadt Detroit im nördlichen Bundesstaat Michigan. Die Gordie Howe International Bridge mit sechs Fahrspuren soll auch von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden können. Die Eröffnung ist in diesem Jahr geplant.

Kanada finanziert nach eigenen Angaben die Baukosten, die dann mit den Mautgebühren refinanziert werden sollen. Die seit langem geplante Brücke soll den Handel zwischen den Nachbarländern weiter ankurbeln. Trump warf Kanada in seinem Post vor, für den Bau keine amerikanischen Produkte wie Stahl genutzt zu haben.

China und Kanada senken Zölle

Zudem kritisierte Trump erneut die jüngst von Kanadas Premierminister Mark Carney angekündigte begrenzte Annäherung an China in Handelsfragen. Das Land hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Monaten 13 Handels- und Sicherheits-Verträge auf vier Kontinenten geschlossen – darunter auch mit der Volksrepublik.

Im Januar einigten sich Chinas Staatschef Xi Jinping und Carney, einander auferlegte Handelsbarrieren bei bestimmten Produkten deutlich abzubauen. China senkt die Zölle auf kanadischen Raps, Kanada reduziert im Gegenzug Zölle auf chinesische E-Autos. Deswegen hatte Trump dem Nachbarland bereits mit einem 100-Prozent-Zollsatz auf den Import von Waren gedroht. Auch Strafzölle auf die Einfuhr kanadischer Flugzeuge hatte er jüngst ins Spiel gebracht.

Trump greift häufig zu Zöllen, um seinen Willen durchzusetzen. Davon bleiben auch traditionell enge Verbündete wie Kanada nicht verschont. Bisweilen nutzt Trump Zölle aber auch nur als Drohgebärde und setzt diese letztlich nicht um.

Gefeierte Rede auf dem Weltwirtschaftsforum

Nach der China-Reise war Premierminister Carney darüber hinaus beim Weltwirtschaftsforum in Davos mit einer eindringlichen Rede aufgefallen, die auch als Kritik an Trump und dessen aggressiver “America First”-Politik verstanden wurde. Der US-Präsident hatte mehrfach davon gesprochen, dass Kanada ein Bundesstaat der USA werden sollte.

Die alte Weltordnung komme nicht mehr zurück, hatte Carney in seiner Rede. Man müsse ehrlich sein und sollte ihr nicht hinterhertrauern. Um nicht zwischen den Großmächten USA und China zerrieben zu werden, müssten sich die Mittelmächte zusammentun, forderte Kanadas Premier.

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