Mit Dutzenden Raketen und Hunderten Drohnen hat Russland erneut Ziele in der Ukraine attackiert. Mindestens sieben Menschen kamen ums Leben. Besonders schwer trifft es Charkiw.
Russland hat die Ukraine erneut mit massiven Luftangriffen überzogen. “Russland hat 29 Raketen, davon fast die Hälfte ballistische Raketen, und 480 Drohnen, davon die meisten vom Typ Shahed, gegen die Ukraine eingesetzt”, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit.
Betroffen waren neben der Hauptstadt Kiew die zweitgrößte Stadt Charkiw sowie etwa die Regionen Saporischschja, Odessa und Sumy. Einmal mehr sei die Energieversorgung Ziel der russischen Angriffe gewesen, erklärte Selenskyj.
Schwere Schäden in Charkiw
Besonders schwer traf es die ostukrainische Stadt Charkiw. Dort schlug nach Angaben des Gouverneurs Oleh Synjehubow eine ballistische Rakete in ein fünfstöckiges Wohnhaus ein. Mindestens sieben Menschen kamen demnach ums Leben, unter ihnen zwei Kinder.
Auf den veröffentlichten Fotos sind große Schäden an dem Wohnhaus zu sehen. Präsident Selenskyj sprach von mehr als zehn Verletzten. In Kiew rief Bürgermeister Vitali Klitschko wegen des Raketenalarms die Menschen auf, Schutz zu suchen.
Feuerwehrleute stehen nachts vor einem teilweise zerstörten Wohnhaus.
Selenskyj fordert mehr Unterstützung
Selenskyj forderte die westlichen Partner erneut auf, die Ukraine stärker zu unterstützen. “Russland hat seine Versuche nicht aufgegeben, Wohnungsbauten und kritische Infrastruktur der Ukraine zu zerstören”, erklärte er. Daher benötige die Ukraine weiter die Unterstützung ihrer Partner in Form von Luftabwehr und Waffen.
“Auf diese brutalen Angriffe auf das Leben muss es eine Reaktion der Partner geben”, so Selenskyj. “Wir zählen auf eine aktive Zusammenarbeit mit der EU, um mehr Schutz für unsere Bevölkerung zu gewährleisten. Ich bin allen dankbar, die dazu beitragen, unseren Schutz zu verstärken”, sagte er.
Seit mehr als vier Jahren verteidigt sich die Ukraine gegen den russischen Angriffskrieg. Kiew hatte von den westlichen Verbündeten zuletzt vor allem mehr Hilfe bei der Luftverteidigung verlangt. Beklagt wird immer wieder ein Mangel an Flugabwehrraketen.
