Erst im Oktober hatten sich Pakistan und Afghanistan im Grenzgebiet heftige Kämpfe geliefert – jetzt droht wieder eine Eskalation. Die Taliban werfen Pakistan einen erneuten Angriff vor, bei dem mehrere Menschen getötet worden seien.
Bei pakistanischen Angriffen in der afghanischen Grenzregion Khost sind nach Angaben der Taliban-Regierung mindestens zehn Menschen getötet worden. Bei den Opfern handele es sich um neun Kinder und eine Frau, teilte der afghanische Regierungssprecher Sabihullah Mudschahid im Onlinedienst X mit.
Sie seien bei einer Attacke auf ein Wohnhaus getötet worden. Bei weiteren Angriffen in den östlichen Grenzregionen Kunar und Paktika seien vier Menschen verletzt worden.
Die Angriffe folgen auf einen Selbstmordanschlag auf eine Militäreinrichtung in der pakistanischen Grenzregion Khyber Pakhtunkhwa. Bei dem Angriff auf das Hauptquartier der pakistanischen Grenzschutzeinheit waren am Montag drei Sicherheitskräfte getötet und elf weitere verletzt worden. Zu dem Anschlag bekannte sich niemand. Das pakistanische Staatsfernsehen meldete, er sei von Afghanen ausgeführt worden.
Zuletzt verschärfter Konflikt
Pakistans Präsident Asif Sardari machte die ideologisch mit den Taliban verbundene TTP-Miliz verantwortlich. Seit der Rückkehr der radikalislamischen Taliban an die Macht in Afghanistan im August 2021 gibt es immer wieder Konflikte zwischen Einheiten der beiden Nachbarländer, die sich im Oktober verschärften. Auslöser waren Explosionen in Kabul, für welche die Taliban Pakistan verantwortlich gemacht hatten.
Bei einwöchigen Kämpfen im Grenzgebiet wurden nach UN-Angaben mehr als 70 Menschen getötet, darunter Dutzende afghanische Zivilisten. Die beiden Nachbarländer vereinbarten schließlich eine Waffenruhe, konnten sich aber bislang nicht auf Details einigen. Bei einem Anschlag auf ein Gericht in Islamabad waren erst vor zwei Wochen zwölf Menschen getötet worden. Die TTP-Miliz hatte sich zu dem Angriff bekannt.
