Erdrutsche, Überschwemmungen, zerstörte Häuser: Die Zahl der Toten infolge des Taifuns “Kalmaegi” auf den Philippinen ist auf 66 gestiegen. Mehrere Menschen werden noch vermisst. Am schwersten betroffen ist die Provinz Cebu.
Auf den Philippinen ist die Zahl der Toten durch den schweren Taifun “Kalmaegi” weiter gestiegen. Mindestens 66 Menschen kamen nach Angaben des Zivilschutzes ums Leben, 26 weitere werden noch vermisst.
Unter den Toten sind auch die Insassen eines Militärhubschraubers, der bei Rettungsmaßnahmen helfen sollte. Der Hubschrauber stürzte am Dienstag auf der südlichen Insel Mindanao ab. Bei dem anschließenden Bergungseinsatz wurden sechs Leichen gefunden, wie eine Luftwaffen-Sprecherin mitteilte.
Provinz Cebu besonders stark betroffen
Am schwersten betroffen ist die bei Touristen beliebte Provinz Cebu. Dort wurde nach dem Rückgang des Hochwassers das volle Ausmaß der Zerstörung sichtbar: Zahlreiche Häuser sind zerstört, Schutt blockiert die Straßen. In der Stadt Talisay suchen Überlebende in den Trümmern nach Überresten ihres Hab und Guts.
Mehr als 700.000 Menschen sind nach Behördenangaben auf den Inseln Cebu und Negros sowie in weiteren Regionen des Landes von dem Taifun betroffen. Auf den Philippinen wird der Sturm “Tino” genannt.
Überschwemmungen “einfach verheerend”
“Die Lage in Cebu ist wirklich beispiellos”, schrieb Provinzgouverneurin Pamela Baricuatro auf Facebook. “Wir hatten erwartet, dass der Wind die größte Gefahr sein würde, aber das Wasser ist es, das unsere Bevölkerung wirklich gefährdet.” Die Überschwemmungen seien “einfach verheerend”.
“Ich lebe seit 28 Jahren hier. Und das ist mit Abstand der schlimmste Sturm, den wir je erlebt haben”, sagte Don del Rosario, Einwohner von Cebu City, der Nachrichtenagentur AFP. Er war in ein oberes Stockwerk geflüchtet. “Das Wasser stieg so schnell. Um 4.00 Uhr morgens war es schon außer Kontrolle – die Leute kamen nicht mehr aus ihren Häusern heraus.”
Das Unwetter ereignete sich nur wenige Wochen nach einem Erdbeben der Stärke 6,9, das den Norden von Cebu erschüttert hatte. Dutzende Menschen kamen dabei ums Leben, Tausende wurden obdachlos.
Taifun zieht weiter nach Vietnam
“Kalmaegi” war mit Windgeschwindigkeiten von 130 Kilometern pro Stunde übers Land gezogen, teilweise wurden Böen von bis zu 180 Kilometern pro Stunde gemessen. Der Taifun zieht nun in Richtung Vietnam, wo er am Freitag auf Land treffen soll.
Vietnam war bereits in den vergangenen Tagen von Rekordregenfällen heimgesucht worden. Dort gibt es ebenso wie auf den Philippinen in der Regenzeit zwischen Juni und November oft Unwetter.
