Straße von Hormus: USA melden Angriff auf iranische Minenlegerboote

Straße von Hormus: USA melden Angriff auf iranische Minenlegerboote

Luftaufnahme der iranischen Küste und der Insel Qeshm in der Meerenge von Hormus. (Archivbild: 10.12.2023)

Stand: 11.03.2026 • 05:21 Uhr

Seit Beginn des Krieges sperrt Iran die für den Ölhandel wichtige Straße von Hormus. Nun haben die USA offenbar iranische Boote zum Verlegen von Seeminen attackiert. US-Eskorten von Öltankern sind anscheinend aber weiter zu riskant.

Nach Berichten, Iran habe in der Straße von Hormus Minen verlegt, hat das US-Militär eigenen Angaben zufolge mehr als ein Dutzend iranische Minenlegeboote ausgeschaltet. Das US-Regionalkommando für den Nahen Osten teilte mit, Streitkräfte hätten mehrere iranische Marineschiffe, darunter 16 sogenannte Minenleger, nahe der Meerenge zerstört. Zudem veröffentlichte es Videomaterial, das einige der Angriffe zeigen soll.

Zuvor hatte sich US-Präsident Donald Trump besorgt über eine mögliche Verminung der Straße von Hormus gezeigt und dem Iran gedroht. “Sollten aus irgendeinem Grund Minen ausgelegt worden sein und diese nicht unverzüglich entfernt werden, wird dies für Iran militärische Konsequenzen in einem bisher nie dagewesenen Ausmaß haben”, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Ihm lägen aber keine Berichte darüber vor, dass die Islamische Republik dort bereits Seeminen verlege, so Trump.

Der US-Sender CNN hatte berichtet, Iran habe in den vergangenen Tagen rund ein Dutzend Minen in der Meerenge platziert. CBS News hatte gemeldet, US-Geheimdienste sähen Anzeichen dafür, dass Iran Vorbereitungen treffe, Minen in der Straße von Hormus zu legen.

Wichtige Wasserstraße für Ölexporte

Die etwa 55 Kilometer breite Straße von Hormus zwischen Iran und dem Oman gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Ölexport. Durch die Meerenge wird in Friedenszeiten rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls transportiert. Experten gingen bereits vor Kriegsbeginn davon aus, dass Irans Seestreitkräfte die Straße verminen könnten.

Seit Beginn des Krieges ruht der Schiffsverkehr dort fast vollständig. Ein hochrangiger Vertreter der iranischen Revolutionsgarde erklärte, die Meerenge sei gesperrt, wie iranische Medien vergangene Woche berichteten. Der Iran werde auf jedes Schiff feuern, das passieren wolle. Diese Drohung erneuerte die Revolutionsgarde heute: “Wir werden nicht zulassen, dass auch nur ein Liter Öl aus der Region an die feindliche Seite oder deren Partner exportiert wird”, hieß es.

Die Straße von Hormus ist für den Ölhandel wichtig

Die Schockwellen des Stopps sind weltweit zu spüren – auch in Deutschland, wo am Montag selbst der Durchschnittspreis für die günstigste gängige Benzinsorte E10 auf über zwei Euro pro Liter kletterte.

Das Thema Benzinpreise birgt gerade in den USA politischen Sprengstoff, auch mit Blick auf die anstehenden Zwischenwahlen im November. US-Präsident Trump versprach im Wahlkampf, die Förderung fossiler Energieträger wie Öl und Kohle auszubauen – und so die Energiepreise für seine Landsleute deutlich zu verringern.

Trump verspricht Schiffseskorten

Trump hatte in den vergangenen Tagen wiederholt erklärt, dass die USA im Bedarfsfall jederzeit zu Begleitschutz bereit seien, um die Transporte in der wichtigen Wasserstraße wieder aufzunehmen. Der Vorsitzende des Generalstabs der US-Streitkräfte, General Dan Caine, sagte gestern vor Reportern im Pentagon, das US-Militär habe damit begonnen, Optionen für mögliche Schiffseskorten zu prüfen, falls ein entsprechender Befehl erteilt werden sollte.

Doch einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge hält das US-Militär Eskorten von Handelsschiffen durch die Straße von Hormus derzeit weiter für zu riskant. Die Marine habe nahezu täglich entsprechende Anfragen aus der Schifffahrtsbranche erhalten, diese aber abgelehnt, berichtete Reuters unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Bislang habe die US-Marine keinen Öltanker und auch kein anderes Handelsschiff durch die Straße von Hormus geleitet, sagte Präsidialamtssprecherin Karoline Leavitt. Sie sah sich zu der Klarstellung veranlasst, nachdem Energieminister Chris Wright für Verwirrung in der Sache gesorgt hatte. Er löschte einen Beitrag auf dem Kurznachrichtendienst X, in dem er kurz zuvor erklärt hatte, dass die US-Marine einen Öltanker erfolgreich durch die Meerenge eskortiert habe. Sein Ministerium machte einen Mitarbeiter für den Fehler verantwortlich.

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