Im Februar tauchen tief im Westen nacheinander drei helle Planeten auf: Merkur, Venus und Saturn. Und sie kommen sich immer näher. Dieser Tage ist eine gute Zeit, um an den Abendhimmel zu schauen.
Anfang Februar war es noch beschaulich am Abendhimmel: Der Riese Jupiter prangte hoch im Südosten, im Südwesten machte sich der Planet Saturn deutlich bemerkbar, auch wenn er lange nicht so hell wie Jupiter ist.
Doch dann tauchten rechts unter Saturn noch weitere helle Lichter auf – zwei sehenswerte Planeten.
Seltener Merkur taucht kurz auf
Zuerst erschien der kleine Merkur. Etwa ab dem 8. Februar konnte man ihn finden, doch das ist nicht ganz leicht: Der innerste Planet ist so nahe an der Sonne, dass er nur kurz nach Sonnenuntergang zu sehen ist. Nicht einmal anderthalb Handbreit links der Sonne ist Merkur an diesen ersten Tagen. Etwa um 18.00 Uhr können Sie ihn wenige Minuten lang sehen, ganz tief im Südwesten, nur wenige Fingerbreit über dem Horizont. Im Norden Deutschlands ist er womöglich erst ein paar Tage später zu sehen.
Jeden Abend ein bisschen mehr von Merkur
Denn jeden Tag entfernt sich Merkur noch ein winziges Stück von der Sonne, sodass er nach Sonnenuntergang allabendlich ein klein wenig höher steht und damit besser erkennbar wird. Der Planet schält sich als kleines, doch gleißend helles Pünktchen aus der Dämmerung, wenn die Horizontsicht klar ist. Am besten sind die Bedingungen für Merkur um den heutigen 19. Februar, wenn er seinen aus unserer Sicht größten Abstand zur Sonne hat – knapp zwei Handbreit. Dann geht er erst gegen halb acht Uhr unter, wenn die Abenddämmerung gerade endet.
Venus erscheint unter Merkur am Abendhimmel
Aber schon einige Tage vorher lenkte vielleicht ein besonderes Licht Ihren Blick dorthin, denn etwa ab dem 15. Februar erschien dort die Venus, eine knappe Handbreit unter Merkur. Und wieder ist der Süden Deutschlands bevorzugt, solange die Venus noch so knapp nach der Sonne untergeht.
Die Venus: So hell wie alle Sterne zusammen
Die Venus steht zwar zunächst ungünstiger als Merkur, noch tiefer in den Dunstschichten, die sich am Horizont verdichten. Doch sie ist bei Weitem heller als ihr Nachbarplanet. Merkur reiht sich mit einer scheinbaren Helligkeit von anfangs -1,1 mag unter die hellsten Sterne, Venus ist mit -4,3 mag dagegen viel heller als jeder Stern. Denn je niedriger die Magnituden-Zahl, umso mehr Licht des Himmelsobjekts kommt bei uns an. Die Lichtmenge der Venus entspricht etwa der Lichtmenge aller Sterne zusammen.
Die Venus als Abendstern und Morgenstern
Diese enorme Auffälligkeit und die Tatsache, dass sie oft abends oder morgens als erstes Licht zu sehen ist, hat der Venus die Bezeichnung “Abendstern” oder “Morgenstern” eingebracht – zu einer Zeit, als Planeten noch als “Wandelsterne” bezeichnet wurden. In Wirklichkeit hat sie mit einem Stern nicht viel gemein: Sie leuchtet nicht selbst und ist ein Teil unseres Sonnensystems, während Sterne ferne Sonnen sind.
Venus rückt immer näher auf Merkur zu
Schon wenige Minuten nach Sonnenuntergang macht sich die Venus an einem klaren Horizont bemerkbar und ist bis wenige Minuten vor ihrem eigenen Untergang noch gut zu sehen. Mitte Februar ist das etwa von halb sechs bis sechs Uhr abends (Zeitangabe für München). Und auch sie ist Abend für Abend besser zu sehen und geht immer später unter – mit immer größerem Abstand zur Sonne. Und sie rückt langsam auf Merkur zu, der Abstand zwischen beiden Planeten schrumpft. Merkur lässt aber in den wenigen Wochen seiner Sichtbarkeit stark an Leuchtkraft nach, bleibt aber auch zum Schluss noch so hell wie es nur wenige Sterne sind.
Die innersten Planeten sind schnell unterwegs
Das mit dem “Wandelstern” können Sie jetzt gut selbst beobachten, wenn Sie Venus und Merkur ein paar Abende lang zusehen, denn täglich ändern die beiden ihre Positionen ein wenig. Da Planeten umso schneller um die Sonne kreisen, je weiter innen im Sonnensystem ihre Bahn verläuft, sind Merkur, der innerste Planet, und Venus, seine äußere Nachbarin, auch am Sternenhimmel schnell unterwegs.
Am 18. Februar tauchte die junge Mondsichel erstmals nach Neumond wieder auf, als zarter Strich genau zwischen Venus und Merkur, von jedem der beiden hellen Planeten etwa zwei Fingerbreit entfernt.
Saturn rückt näher
Am 19. Februar ist die Mondsichel schon über Merkur zu sehen. Und zwei Fingerbreit links vom Mond steht jetzt Saturn. Denn der nähert sich unaufhaltsam dem hellen Duo der Abendsterne, bis er Ende Februar keine Handbreit mehr von ihnen entfernt ist.
Merkur und Saturn gehen, die Venus kommt
Am 27. Februar beträgt der Abstand zwischen Venus und Merkur nurmehr gut zwei Fingerbreit. Doch für diesen Anblick müssen Sie vermutlich schon zu einem Fernglas greifen, denn Merkur ist fürs bloße Auge dann wohl nicht mehr sichtbar. Auch Saturn verabschiedet sich Ende Februar. Doch die Venus werden Sie ab jetzt jeden Abend schöner zu Gesicht bekommen. Ihre beste Zeit als Abendstern wird sie im August 2026 erreichen und noch bis Oktober zu sehen sein.
