Starmers Stabschef tritt wegen Mandelson-Affäre um Epstein zurück

Starmers Stabschef tritt wegen Mandelson-Affäre um Epstein zurück

Keir Starmer

Stand: 08.02.2026 17:57 Uhr

Die Epstein-Kontakte des britischen Ex-Ministers Mandelson setzen Premier Starmer weiter massiv unter Druck. Sein Stabschef hat nun seinen Rücktritt erklärt – er habe Starmer geraten, Mandelson zum Botschafter in den USA zu ernennen.

In der Affäre um die Epstein-Kontakte eines britischen Ex-Ministers hat der Stabschef von Premierminister Keir Starmer seinen Rücktritt erklärt. In einer Erklärung teilte Morgan McSweeney mit, er sei maßgeblich an der Ernennung Peter Mandelsons zum US-Botschafter beteiligt gewesen. “Die Entscheidung, Peter Mandelson zu ernennen, war falsch”, schrieb er. “Er hat unserer Partei, unserem Land und dem Vertrauen in die Politik selbst geschadet.”

Auf Nachfrage habe er damals dem Premierminister geraten, diese Ernennung vorzunehmen, so McSweeney. Nun übernehme er die volle Verantwortung für diesen Rat.

Morgan McSweeney übernahm die Verantwortung für die Ernennung Mandelsons zum Botschafter in den USA.

Mandelson 2024 in die USA entsandt

Starmer steht vor der wohl größten Krise seiner 18-monatigen Amtszeit. Auslöser war seine Entscheidung, den prominenten Labour-Politiker Mandelson 2024 nach Washington zu entsenden – obwohl bekannt war, dass dieser Beziehungen zum verstorbenen Sexualstraftäter Epstein unterhielt.

Wie eng dieses Beziehung war, hatten jüngst veröffentlichte Akten aus den Epstein-Files gezeigt. Starmer entschuldigte sich daraufhin öffentlich und sagte, er habe Mandelsons Lügen geglaubt. Niemand habe aber im Detail gewusst, wie “tief die Dunkelheit” der Beziehung des früheren Wirtschaftsministers und des verurteilten Sexualstraftäters gewesen sei.

Ermittlungen und Hausdurchsuchungen

Die britische Polizei hat inzwischen zwei Häuser von Mandelson durchsucht und ermittelt gegen ihn wegen Amtsmissbrauchs. Dem früheren britischen Wirtschaftsminister wird vorgeworfen, vertrauliche Regierungsinformationen an Epstein weitergegeben zu haben.

Den Botschafter-Posten verlor Mandelson wegen des Epstein-Skandals bereits im vergangenen Jahr, zuletzt trat er auch aus der Regierungspartei Labour aus und gab seinen Sitz im Oberhaus des Parlamentes ab. Die Sunday Times berichtete, als Mandelson nach nur sieben Monaten im Amt als US-Botschafter entlassen wurde, habe er von der Regierung eine Abfindung von umgerechnet rund 50.000 Euro erhalten.

In den vergangenen Tagen waren Rufe nach dem Rücktritt Starmers laut geworden. “Keir Starmer muss die Verantwortung für seine eigenen schrecklichen Entscheidungen übernehmen”, sagte etwa Kemi Badenoch, Vorsitzende der oppositionellen Konservativen Partei.

Mit Informationen von Gabi Biesinger, ARD London

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