Das Spenderherz sollte Domenico eigentlich das Leben retten. Durch falsche Kühlung wurde es aber irreparabel beschädigt. Jetzt ist der Zweijährige gestorben und die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die beteiligten Ärzte.
In Italien ist der zweijährige Domenico nach seiner Herztransplantation gestorben. Seine Geschichte sorgt in Italien seit Wochen für Schlagzeilen.
Domenico war 2023 bereits mit einem Herzfehler zur Welt gekommen. Kurz vor Weihnachten fand sich ein Spenderherz für ihn. Doch das Ersatzorgan wurde beim Transport falsch gekühlt und dadurch schwer beschädigt. Ein Ärzteteam entschied am Mittwoch, dass eine neue Transplantation für Domenico zwecklos sei – auch, weil andere Organe wie die Nieren inzwischen nicht mehr richtig funktionierten.
Nach dem Tod des Jungen wird der Leichnam nun obduziert. Seine Mutter Patrizia Mercolino forderte Aufklärung darüber, was bei der Behandlung falsch gemacht wurde. Sie kündigte an, eine Stiftung im Namen ihres Sohnes gründen zu wollen, “damit Domenico nicht vergessen wird und um anderen Kindern zu helfen”.
Ermittlungen gegen Ärzte und Sanitäter eingeleitet
Das Spenderherz für Domenico wurde beim Transport aus Bozen nach Neapel nicht wie üblich in herkömmlichem Eis gekühlt, sondern kam mit deutlich kälterem Trockeneis in Kontakt: etwa 80 Grad minus statt 4 Grad plus. Dadurch sei es “buchstäblich erfroren”, hieß es. Weil die Ärzte dem Jungen jedoch das eigene Herz schon entnommen hatten, wurde das irreparabel beschädigte Organ trotzdem eingepflanzt.
Inzwischen ermitteln verschiedene Staatsanwaltschaften gegen sechs Ärzte und Sanitäter. Die Kühlbox, die beim Transport verwendet wurde, ist beschlagnahmt. Medien zufolge handelt es sich dabei um ein älteres Modell. Die Klinik in Neapel hat zudem interne Prüfungen eingeleitet. Die beteiligten Ärzte übernehmen bis auf Weiteres keine Herztransplantationen mehr.
