Porträt
Bei den jüngsten Protesten gegen das Regime in Iran wurde immer wieder der Name Reza Pahlavi gerufen. Heute spricht der Sohn des letzten Schahs bei der Sicherheitskonferenz in München. Wofür steht er?
“Ich bin müde und brauche eine Pause”: Mit diesen Worten verlässt Mohammad Reza Pahlavi, Schah von Iran, vor 47 Jahren im Zuge der Islamischen Revolution sein Land für immer. Wenige Jahre zuvor hatte er noch erklärt, dass er keine Angst vor seinem Volk habe, die Menschen vertrauten ihm – und er ihnen. Doch Mitte Januar 1979 bleibt dem Schah nur die Flucht.
Zwei Wochen später zeigt das Fernsehen historische Bilder vom Teheraner Flughafen: An Bord eines Jumbojets kehrt Ajatollah Chomeini aus dem Exil nach Iran zurück, die Revolution tritt in die nächste Phase ein. Reza Pahlavi, ältester Sohn des Schahs und damaliger Kronprinz, erwischen die Ereignisse auf einem Luftwaffenstützpunkt in Texas, wo der junge Mann gerade zum Piloten ausgebildet wird.
1971 feierten Schah Mohammad Reza Pahlavi und seine Frau Farah Diba prunkvoll das 2.500-jährige Bestehen der persischen Monarchie. Am Ende des Jahrzehnts verjagte sie ihr Volk.
Kandidat für Übergangsregierung?
Jetzt, fast ein halbes Jahrhundert später, will Pahlavi nach Iran zurückkehren, an der Spitze einer Übergangsregierung. Schließlich werde er von den Iranern gerufen, sagte er dem US-amerikanischen Sender CBS:
Wenn die Menschen in Iran nicht glauben würden, dass ich das für sie tun kann und ihr Vertrauen verdiene, dann wären sie nicht zu Millionen auf den Straßen und riefen meinen Namen. Aber das tun sie!
Schah regierte autoritär und brutal
Die Dynastie der Pahlavis endete Ende der 1970er-Jahre in Schande. Als der Schah abdankt, ist er verhasst, wegen Dekadenz, Korruption, Größenwahn. Seine Regentschaft war autoritär und brutal.
Von dem Geld, das die Familie mit der Flucht außer Landes brachte, lebt Reza Pahlavi offenbar bis heute – meist in einem Vorort von Washington, wo er mit seiner Frau drei Töchter großgezogen hat.
Einer bezahlten Tätigkeit ist er nie nachgegangen. Jahrzehntelang war er nur Lobbyist für seine Sache, meist unbemerkt von einer breiteren Öffentlichkeit.
Das Ziel in Iran müsse jetzt eine säkulare Demokratie sein, in welcher Staatsform auch immer, sagt Pahlavi. “Ich werbe nicht für eine Republik oder eine Monarchie. Ich möchte der ehrliche Makler sein und völlig neutral – und sicherstellen, dass wir einen transparenten demokratischen Übergang haben”, erklärt er.
Opposition vielfältig – und zerstritten
Die iranische Opposition ist bekannt für ihre Vielfältigkeit – und berüchtigt für ihre Zerstrittenheit. Pahlavi und seine Leute sind nur eine von mehreren Fraktionen. Der ehemalige Kronprinz tingelt jetzt durch die US-amerikanischen Fernsehstudios, wo er Präsident Donald Trump direkt anspricht.
So sagte er, es gebe einen Grund, warum die Menschen in Iran Straßen nach Trump benannten. Weil er die Menschen nicht im Stich lassen werde, wie es in der Vergangenheit der Fall gewesen sei.
Trump distanziert
Der so umworbene Trump antwortet höflich, aber distanziert. Reza Pahlavi scheine “nett” zu sein, aber ein persönliche Begegnung sei derzeit wohl nicht angemessen.
Trotz Trumps martialischer Sprüche auf Truth Social und seinem Aufruf an die Iraner, weiter zu protestieren: Auch dieser Präsident setzt auf Verhandlungen mit Teheran, ganz wie seine Vorgänger Joe Biden und Barack Obama. Trump und seine Regierung wissen: Außerhalb der Hotels und Tagungszentren, in denen Exilanten Reden schwingen und Zukunftspläne schmieden, gilt deren Wort meist nicht viel.
Heute wird Reza Pahlavi bei der Münchner Sicherheitskonferenz sprechen. Auf den Straßen der Stadt finden währenddessen gleich mehrere Demonstrationen von Exil-Iranern statt.

