Sinkende Preise in der Containerschifffahrt belasten Reedereien

Sinkende Preise in der Containerschifffahrt belasten Reedereien

Containerschiff mit gestapelten Containern im Hamburger Hafen.


marktbericht

Stand: 05.02.2026 14:07 Uhr

Ab Mitte Februar wollen der dänische Reederei-Konzern Maersk und Hapag-Lloyd aus Hamburg wieder durch das Rote Meer fahren. Die gute Nachricht könnte am Ende für einen Gewinnrückgang sorgen.

Das Rote Meer ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt, sie verbindet Indien und den Mittleren Osten mit dem Mittelmeer. Doch zuletzt ruhte der Schiffsverkehr dort weitgehend. Wegen Angriffe der im Jemen ansässigen Huthi-Miliz nahmen große Reedereien einen Umweg um die Südspitze Afrikas. Das dauert zwar länger und ist teurer – doch Reedereien wie Moeller-Maersk konnten davon profitieren. Sie verlangten für die Strecke höhere Frachtraten, also höhere Preise pro Container. Zugleich standen insgesamt weniger Schiffe zur Verfügung; dies ließ die Frachtraten zusätzlich steigen.

Zuletzt hat sich die Lage im Roten Meer aber wieder entspannt: Angriffe der Huthi-Miliz auf Schiffe, die durch Straße von Bab el-Mandeb fahren – sie verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden – haben nachgelassen. Deshalb hat die dänische Reederei Maersk bereits im Dezember und Januar erste erfolgreiche Testfahrten durch die Region unternommen. Ab Mitte Februar will sie wieder regelmäßig durch das Rote Meer fahren.

Sinkende Frachtraten lassen Gewinne sinken

Was wie eine gute Nachricht klingt, könnte bei Moeller-Maersk zu einem Gewinneinbruch führen. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereffekten erwartet das Unternehmen laut einer Mitteilung 4,5 bis 7 Milliarden Dollar Gewinn. Das wäre im schlechtesten Fall nicht einmal halb so viel wie 2025.

Wegen der schwächelnden Weltwirtschaft und der erratischen US-Zollpolitik transportieren Unternehmen auch insgesamt weniger Waren, was die Frachtraten zuletzt bereits wieder sinken ließ. Eine Analyse der in Chicago beheimatete Lieferkettenberatung Project44 aus dem November vergangenen Jahres zeigt, dass das weltweite Containervolumen von Januar bis November 2025 um 13 Prozent sank. Die US-Importe aus China gingen sogar um 27 Prozent zurück.

Gewinneinbruch bereits 2025

Diese Entwicklungen drückten bereits 2025 auf den Gewinn von Maersk. Im vergangenen Jahr war der Umsatz der Reederei um fast fünf Prozent von 55,5 Milliarden Dollar auf knapp 54 Milliarden Dollar zurückgegangen. Der Nettogewinn brach von 6,1 Milliarden auf 2,7 Milliarden Dollar ein.

“Der weltweite Handel war auch 2025 von einer beispiellosen und anhaltenden Volatilität geprägt”, erklärte das Unternehmen. “Die anhaltende Sperrung des Roten Meeres, erneute Zollmaßnahmen und anhaltende geopolitische Spannungen haben die Lieferketten gestört und die Unsicherheit verstärkt.”

Moeller-Maersk will Stellen streichen

Um die Kosten in den Griff zu bekommen und die fallende Frachtraten zu kompensieren, will die dänische Reederei nun 1000 Stellen in der Verwaltung abbauen. Konzernweit entspricht der Abbau lediglich einem Prozent. Der Konzern verspricht sich davon jährliche Kosteneinsparungen von 180 Millionen Dollar. Zugleich versucht Maersk, die Investoren bei Laune zu halten und kündigte ein Aktienrückkaufprogramm über rund eine Milliarde Dollar an.

An der Börse kam das nicht gut an, der Aktienkurs fiel um fast fünf Prozent. Das belastet auch die deutsche Reederei Hapag-Lloyd, sie gab am deutschen Markt gut zwei Prozent nach.

Die beiden Reedereien arbeiten seit dem 1. Februar 2025 in der Gemini Cooperation zusammen und betreiben 29 gemeinsame Mainliner- sowie 29 gemeinsame Shuttle-Dienste auf den Ost-West-Handelsrouten. Das soll die Effizienz und die Pünktlichkeit der Reedereien steigern. Maersk ist hinter MSC die weltweit zweitgrößte Reederei, Hapag-Lloyd belegt Platz fünf.

Wenig Bewegung am deutschen Aktienmarkt

Am deutschen Aktienmarkt bleiben die Anleger vor dem anstehenden Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) heute zurückhaltend. Der DAX notierte zuletzt mit 24.582 Punkten nahezu unverändert.

Anleger richten ihren Fokus bei der Zinsentscheidung der EZB heute vor allem auf die Kommentare von Rats-Chefin Christine Lagarde. Experten erwarten angesichts des deutlich niedrigeren Preisauftriebs im Euroraum, dass der für die Steuerung der Geldpolitik maßgebliche Einlagensatz bei 2,0 Prozent bleiben wird. In Großbritannien dürfte die Notenbank die Zinsen ebenfalls nicht antasten.

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