Ermittler haben Räumlichkeiten von Musks Plattform X in Paris durchsucht – neue Vorwürfe gegen die Plattform betreffen sexualisierte Deepfakes und Holocaustleugnung. Jetzt soll Musk in Paris aussagen.
Die Pariser Staatsanwaltschaft hat Räumlichkeiten von Elon Musks Online-Plattform X in der französischen Hauptstadt durchsuchen lassen. Im Zuge von Ermittlungen gegen das soziale Netzwerk seien außerdem Vorladungen an den Tech-Milliardär sowie die frühere X-Geschäftsführerin Linda Yaccarino zur Vernehmung am 20. April in Paris verschickt worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit.
Bei der Durchsuchung seien auch Mitarbeiter der europäischen Polizeibehörde Europol dabei gewesen. Die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt seit rund einem Jahr gegen X wegen des Vorwurfs, dass Algorithmen in dem sozialen Netzwerk verändert worden sein sollen, um rechtsextremen Inhalten mehr Aufmerksamkeit zu bescheren. Neu sind seit Kurzem auch Vorwürfe wegen Holocaustleugnung und sexualisierter Abbildungen.
Tausende sexualisierte Bilder erstellt
Die aktuellen Ermittlungen verfolgten einen “konstruktiven Ansatz” und hätten das Ziel, einen Betrieb der Plattform X in Frankreich im Einklang mit den französischen Gesetzen zu gewährleisten, sagte die Pariser Staatsanwältin Laure Beccuau.
Dabei geht es auch um den auf X verfügbaren KI-Chatbot Grok und dessen Funktion, in Sekundenschnelle pornografische Bilder von realen Menschen zu erstellen und zu verbreiten. Die Funktion wurde Anfang Januar eingeführt.
Nach Schätzungen der britischen Nichtregierungsorganisation CCDH erstellten Nutzer mindestens 23.000 Bilder von Kindern. X schränkte die Funktion nach eigenen Angaben seither ein. Die Ermittlungen umfassen unter anderem die Vorwürfe der Beihilfe zum Besitz kinderpornografischer Darstellungen, der Verletzung des Rechts am eigenen Bild, die Leugnung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Datendiebstahl.
Auch EU-Kommission startete Untersuchung
Bei der französischen Staatsanwaltschaft waren dazu am 12. Januar zwei Meldung eingegangen. Die Ermittlungen wurden seitdem ausgeweitet. Auch die EU-Kommission geht gegen X wegen der Verbreitung solcher Inhalte mit Hilfe von Grok vor. Sie hat im Januar ein entsprechendes Verfahren eröffnet.
