Die Aussicht auf steigende Militärausgaben treibt die Rüstungswerte weiter nach oben. US-Präsident Donald Trump will das Militärbudget drastisch erhöhen. Dem DAX hilft das am Mittag aber nicht.
Rüstungswerte profitieren heute auf beiden Seiten des Atlantiks von international hohen Verteidigungsausgaben. Fachleuten zufolge erhalten deutsche Aktien wie Rheinmetall, Renk oder TKMS dadurch Rückenwind, dass US-Präsident Donald Trump das Militärbudget für das Jahr 2027 deutlich erhöhen will. Dazu kommen die in Deutschland geplanten milliardenschweren Investitionen.
Bereits am Mittwoch hatten die deutschen Rüstungswerte im Tagesverlauf kräftig angezogen. Heute erreichte der Rheinmetall-Kurs ein Hoch seit Mitte Oktober und kratzte so auch erstmals wieder an der 1.900-Euro-Marke. Seit Jahresbeginn haben die Titel bereits 20 Prozent zugelegt. Zuletzt wurde die Aktie des DAX-Schwergewichts 2,5 Prozent höher zu 1.857 Euro gehandelt.
Im MDAX rückten die Aktien von Hensoldt und Renk am Vormittag um 2,9 beziehungsweise 5,6 Prozent vor. Auch am Mittag steigen Renk und TKMS noch deutlich. Hensoldt rutschte zuletzt ins Minus.
Trump will “Traum-Militär” aufbauen
Trump schrieb auf seiner Plattform Truth Social, dass das Militärbudget für das Jahr 2027 nicht auf eine Billion Dollar, sondern auf 1,5 Billionen Dollar festgesetzt werden solle. Für das Haushaltsjahr 2026 sind rund 900 Milliarden Dollar vorgesehen. Trump spricht von einem “Traum-Militär”, das aufgebaut werden solle. Diese Worte kommen bei den Investoren offenbar gut an.
“Die Anleger spekulieren darauf, dass die USA ihr Militärbudget weiter erhöhen werden, wenngleich auch nicht so stark wie jetzt von US-Präsident Trump lautstark verkündet”, sagt Experte Jochen Stanzl von der Consorsbank.
Konzerne sollen auf Dividenden und Aktienrückkäufe verzichten
So zogen im vorbörslichen Handel auch die Aktien amerikanischer Konzerne wie Lockheed Martin oder RTX an. Am Mittwoch hatten sie noch darunter gelitten, dass Trump Druck ausübte, indem er den Rüstungsunternehmen im Gegenzug Vorgaben machen möchte. Sie sollen bis auf Weiteres die Dividendenausschüttungen und Aktienrückkäufe einstellen und die Gelder stattdessen in ihre Kapazitäten stecken.
Der Analystin Chloe Lemarie von Jefferies zufolge dürften von den steigenden US-Militärausgaben auch europäische Unternehmen profitieren. Vor allem die Rüstungsunternehmen BAE Systems aus Großbritannien und Leonardo aus Italien erwähnte sie, die bedeutende Anteile ihrer Umsätze in den USA generierten. Die BAE-Aktien zogen in London zeitweise um 6,4 Prozent an und Leonardo gewannen in Mailand 3,5 Prozent.
DAX schwächelt nach Sprung auf Rekordhoch
Rheinmetall steht am Mittag an der Spitze des deutschen Leitindex, der zur Stunde aber schwächelt. Mit starken Daten aus der deutschen Industrie im Rücken hatte der DAX seine Rekordrally heute zunächst fortgesetzt. Nach einem Sprung über die runde Marke von 25.000 Punkten am Vortag kletterte er am Morgen zeitweise über 25.200 Punkte.
Dann bekamen die Anlegerinnen und Anleger kalte Füße und nahmen Gewinne mit, zumal an den New Yorker Börsen weitere Verluste erwartet werden. Schon gestern waren die US-Indizes nach anfänglichen Rekorden unter Druck geraten. Aktuell gibt der DAX um 0,1 Prozent auf 25.100 Zähler nach. Der MDAX sinkt der mittelgroßen Werte sinkt um 0,6 Prozent auf 31.860 Punkte.
