Die neuen Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs morgen in Abu Dhabi stehen unter keinen guten Vorzeichen: Beide Länder melden neue Angriffe. Dabei hatten sie sich laut US-Präsident Trump auf eine teilweise Feuerpause geeinigt.
Russland hat die Ukraine erneut aus der Luft angegriffen – trotz vermeintlicher Bereitschaft aus Moskau, das Feuer teilweise und zeitlich begrenzt einzustellen. US-Präsident Donald Trump hatte seinen eigenen Worten zufolge dafür eine Zusage von Russlands Präsident Wladimir Putin erhalten. Es wurden von den ukrainischen Streitkräften genutzte Objekte der Verkehrsinfrastruktur und Munitionsdepots beschossen, teilte das russische Verteidigungsministerium mit.
Fotos zeigen allerdings auch, wie Einsatzkräfte Feuer in Wohnhäusern nach Drohnenangriffen löschen. Angriffe wurden aus der zweitgrößten Stadt der Ukraine, Charkiw, im Osten des Landes gemeldet, auch die Region Saporischschja soll erneut unter Beschuss geraten sein.
Kreml spricht von ukrainischen Angriffen
Knapp 90 Drohnen habe Russland in der Nacht gegen die Ukraine eingesetzt, meldete die ukrainische Luftwaffe. 20 von ihnen hätten Ziele im Land getroffen. Während der Nachrichtenagentur dpa bislang keine Informationen über mögliche Verletzte oder Tote vorliegen, berichtet das ukrainische Online-Medium Kyiv Independet von fünf Toten und 19 Verletzten innerhalb der vergangenen 24 Stunden. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben derzeit nicht.
Erneut ist es in Kiew zu massiven Stromausfällen gekommen. Der Grund für den Blackout scheint derzeit noch nicht geklärt zu sein. In weiten Teilen der Hauptstadt gab es Ausfälle bei der Heiz- und Wasserversorgung, berichten mehrere ukrainische Medien übereinstimmend. Zwischenzeitlich fuhren laut Medienberichten keine U- und Straßenbahnen mehr. Die Ausfälle hängen vermutlich mit Störungen im Stromnetz Moldaus zusammen.
Auch Russland meldete Angriffe. Es seien unter anderem 47 ukrainische Drohnen und vier Gleitbomben abgeschossen worden. Zu Schäden machte das Ministerium keine Angaben. Unabhängig überprüfen lassen sich auch diese Angaben nicht.
Direkten Verhandlungen gehen morgen weiter
Morgen sollen die direkten Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine in Abu Dhabi weitergehen. Russland hatte sich nach der ersten Runde der Gespräche laut US-Präsident Trump bereit erklärt, wegen der extremen Kälte und der ohnehin großen Schäden von neuen Angriffen auf die Energieinfrastruktur zeitweilig abzusehen.
Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte nun, dass diese begrenzte Feuerpause nur bis zu diesem Sonntag gelte, um für die Verhandlungen eine gute Grundlage zu schaffen. Trump selbst hatte von einer einwöchigen Pause gesprochen, die Kremlchef Putin ihm zugesagt habe.
Angriffe auf Verkehrsinfrastruktur
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, er wolle sich an die Feuerpause halten und keine Objekte der russischen Ölindustrie angreifen, wenn Russland seine Ankündigung wahrmache.
Am Freitag hatte der ukrainische Präsident noch bestätigt, dass Russland bis zu diesem Zeitpunkt keine Energieanlagen angegriffen habe. Er erklärte, dass aus seiner Sicht die einwöchige Pause seit diesem Tag gelte. Das russische Militär habe seine Angriffe seitdem verlagert und nehme nun Verkehrsinfrastruktur unter Beschuss, so Selenskyj.
Mit Informationen von Peter Sawicki, ARD-Studio Kiew.
