In Portugal sind die Bürger heute zur Wahl eines Nachfolgers von Präsident Marcelo Rebelo de Sousa aufgerufen. Chancen auf die Nachfolge werden unter anderem Rechtspopulist Ventura eingeräumt. Doch vermutlich braucht es eine zweite Runde.
Gleich elf Kandidaten, zehn Männer und eine Frau, sind heute zur Präsidentschaftswahl in Portugal zugelassen. Zur Wahl des Staatsoberhaupts des südwesteuropäischen Landes ist eine absolute Mehrheit notwendig. Die erreicht voraussichtlich keiner der Bewerber. Wer die Nachfolge des konservativen Präsidenten Marcelo Rebelo de Sousa antritt, entscheidet sich demnach erst im Februar.
Chancen auf einen Einzug in die Stichwahl haben je nach Umfrage vier oder fünf Bewerber, darunter der Rechtspopulist André Ventura von der Chega-Partei sowie der Sozialdemokrat António José Seguro und der Konservative Joao Cotrim de Figueiredo.
Ventura polarisiert – Widerstand im Land
Die Wahl gilt als wichtiges Stimmungsbarometer: Chega hat zuletzt einen rasanten Aufstieg hingelegt und ist zweitstärkste Kraft im Parlament. Doch Parteichef André Ventura polarisiert. In einem zweiten Wahlgang würden sich laut Umfragen mehr als 60 Prozent der Wähler gegen ihn aussprechen. Kein anderer Kandidat stößt auf so klare Ablehnung.
Portugal ist eine semipräsidentielle Demokratie. Das Staatsoberhaupt repräsentiert nicht nur das Land. Es hat auch die Oberbefehlsgewalt über die Streitkräfte und kann das Parlament auflösen, etwa wenn es wegen fehlender stabiler Mehrheiten nicht mehr handlungsfähig ist. Der scheidende Präsident Marcelo Rebelo de Sousa hat davon in den vergangen vier Jahren drei Mal Gebrauch gemacht.
