Nach rund 16 Jahren könnte Costa Rica wieder eine Präsidentin bekommen – bei der Wahl des Spitzenamtes liegt die konservative Kandidatin Fernández klar vorn. Sie würde auf den noch amtierenden Staatschef Chaves folgen.
Bei der Präsidentschaftswahl in Costa Rica liegt die konservative ehemalige Ministerin Laura Fernández nach vorläufigen Ergebnissen deutlich vorn. Nach Auszählung von rund 88 Prozent der in den Wahllokalen abgegebenen Wählerstimmen kommt sie laut Oberstem Wahlgericht auf knapp 49 Prozent. Ihr größter Konkurrent, der Ökonom Álvaro Ramos von der sozialdemokratischen Nationalen Befreiungspartei, kam demnach bisher auf rund 33 Prozent der Stimmen.
Damit könnte erstmals seit rund 16 Jahren wieder eine Frau das Spitzenamt in dem mittelamerikanischen Land übernehmen. Fernández trat als Kandidatin der Souveränen Volkspartei (PPSO) an und galt als Wunschkandidatin des noch amtierenden Mitte-Rechts-Präsidenten Rodrigo Chaves. Dieser konnte trotz seiner Popularität nicht erneut kandidieren, da die Verfassung des Landes eine sofortige Wiederwahl nach einer vierjährigen Amtszeit verbietet.
Wohl keine Supermehrheit für PPSO im Parlament
Unter Chaves hatte Fernández den Posten als Ministerin für nationale Planung und Wirtschaftspolitik und zuletzt als Ministerin des Präsidialamts inne. Sollte sich ihr Wahlsieg bestätigen, würde sie das Amt am 8. Mai antreten.
Neben der Präsidentschaftswahl wurde in Costa Rica auch über die 57 Sitze der Nationalversammlung abgestimmt. Den vorläufigen Ergebnissen zufolge wird Chaves’ Partei wohl zusätzliche Sitze gewinnen, aber nicht die von ihm und Fernández geforderte Supermehrheit erreichen, die es ihrer Partei etwa erlauben würde, Richter des Obersten Gerichtshofs zu ernennen.
