innerhalb der EU ist Alkohol laut Statistischem Bundesamt nur in Italien noch billiger als in Deutschland. Das verlockt Jugendliche, finden Gesundheitspolitiker der Koalition – und machen einen Vorschlag.
Alkoholische Getränke sind in Deutschland zu billig, finden Gesundheitspolitiker von SPD und CDU. Sie bringen als Präventionsmaßnahme höhere Preise für alkoholische Getränke ins Gespräch.
Internationale Erfahrungen zeigten, dass eine maßvolle Erhöhung der Alkoholpreise den riskanten Konsum vor allem bei Jugendlichen und Vielkonsumierenden senke, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Christos Pantazis, der Rheinischen Post.
Die Steuersätze für Alkohol seien seit Jahren kaum angepasst worden und hätten keine Lenkungswirkung mehr, sagte Pantazis. Damit bleibe “ein zentrales Instrument der Prävention ungenutzt”.
Die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Simone Borchardt, sprach sich für eine zweckgebundene Alkoholsteuer aus. Die Abgabe dürfe kein Instrument der Haushaltskonsolidierung sein. Mit den Einnahmen sollten etwa Prävention, Suchtberatung und Therapieangebote gestärkt werden.
Hausärzte unterstützen Vorschlag
Die Bundesvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, Nicola Buhlinger-Göpfarth, begrüßte diesen Ansatz. “Die Einnahmen sollten in Maßnahmen fließen, die einen gesunden Lebensstil fördern und die Versorgung stärken.”
Tatsächlich sind alkoholische Getränke in Deutschland so billig wie in kaum einem anderen EU-Land. Die Preise im deutschen Einzelhandel lagen im Oktober 14 Prozent unter dem EU-Schnitt, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden in der vergangenen Woche mitgeteilt hatte. Demnach ist Alkohol nur in Italien noch billiger.
