Ölpreis auf Höhenflug – wie geht es weiter?

Ölpreis auf Höhenflug – wie geht es weiter?

Öltanker ankern in einem Gewässer.


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Stand: 09.03.2026 • 13:55 Uhr

Der Ölpreis ist durch den Iran-Krieg auf Rekordkurs: Der Transit durch die wichtige Straße von Hormus steht praktisch still – mit drastischen Folgen für den Weltmarkt. Was könnte den Anstieg des Ölpreises stoppen?

Der Ölpreis hat seinen Höhenflug wegen des Kriegs im Nahen Osten fortgesetzt und erstmals seit 2022 die Marke von 100 US-Dollar übersprungen.

Einem Bericht der Financial Times zufolge beraten die führenden westlichen Industriestaaten der G7 über eine mögliche Freigabe von Erdölreserven, um den Anstieg des Ölpreises auf dem Weltmarkt zu bremsen.

Freigabe der Ölreserven als Preisbremse?

Wie die Financial Times unter Berufung auf Insider berichtet, wollen die USA eine gemeinsame Freigabe von Reserven der G7-Staaten von 300 bis 400 Millionen Barrel erreichen. Das würde einen Anteil von etwa 25 bis 30 Prozent der gesamten Reserven bedeuten, die auf 1,2 Milliarden Barrel geschätzt werden. Zum Vergleich: Der weltweite Verbrauch von Rohöl liegt bei etwa 100 Millionen Barrel pro Tag.

Am Ölmarkt hat der Medienbericht ausgereicht, um den Anstieg des Ölpreises spürbar zu bremsen. Nachdem der Preis für Rohöl der Sorte Brent in der Nacht zu heute zeitweise bis auf fast 120 Dollar je Barrel gestiegen war, wurde er am Vormittag bei 105 Dollar gehandelt. Das sind aber immer noch über 40 Prozent mehr als vor dem Beginn der Angriffe auf Iran.

Worauf kommt es bei der Preisentwicklung besonders an?

Entscheidend ist vor allem, wie lange der Transport von Rohöl aus den Förderregionen am Persischen Golf durch die Straße von Hormus blockiert sein wird. “Je länger die Straße geschlossen bleibt, desto mehr Produktion dürfte in der Region heruntergefahren werden müssen”, heißt es in einer Einschätzung vom Bankhaus Metzler.

“Solange kein Öl durch die Straße von Hormus transportiert wird, werden die Ölpreise weiter steigen”, sagt auch Warren Patterson, Leiter der Rohstoffstrategie bei der Bank ING.

Mit jüngsten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, der von Iran eine bedingungslose Kapitulation gefordert hatte, und mit der Ernennung des Hardliners Modschtaba Chamenei zum neuen iranischen Führer “nehmen die Risiken für ein längeres Andauern weiter zu”, heißt es in einer Analyse der Dekabank.

Warum ist die Straße von Hormus so wichtig?

Eine zentrale Rolle für den Transport von Rohöl in der globalen Wirtschaft spielen Öltanker. Sie transportieren den Rohstoff über Wochen zu den Zielhäfen und gewährleisten die globalen Lieferströme.

Neben dem Suezkanal gilt hierfür die Straße vom Hormus zwischen Iran und Oman als besonders wichtig. Durch die Meerenge am Persischen Golf wurden 2023 nahezu 30 Prozent des weltweiten verschifften Öls transportiert, rund ein Fünftel des weltweiten Bedarfs.

Woher bekommt Deutschland sein Rohöl?

Im Jahr 2025 kamen nach Angaben des Statistischen Bundesamts nur 6,1 Prozent des Rohöls für Deutschland aus dem Nahen Osten. Das betrifft unter anderem den Irak, die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien. Andere Staaten des Nahen Ostens wie Oman, Katar, Kuwait oder Iran lieferten 2025 kein Rohöl nach Deutschland.

Der wichtigste Rohöllieferant für Deutschland ist Norwegen. Von dort kommen 16,6 Prozent der Lieferungen. Knapp danach folgen die USA mit 16,4 Prozent.

Gibt es auf dem Weltmarkt genug Rohöl?

In den vergangenen Monaten hatte die Opec+ mehrfach die Produktionsmengen angehoben und damit die Sorge vor einem zu hohen Angebot geschürt. Dies ist auch einer der wesentlichen Gründe, warum der Ölpreis in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres tendenziell gefallen waren.

Im Dezember wurde Öl der Nordseesorte Brent noch bei etwa 60 Dollar je Barrel gehandelt. Mit dem starken Preissprung seit Beginn des Iran-Kriegs könnte aber auch das hohe Angebot nicht ausreichen, um den Ölpreis wieder auf das Niveau des vergangenen Jahres zu drücken.

Mit Material von dpa.

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