Neue Epstein-Akten zeigen Vertrautheit zwischen “Fergie” und Epstein

Neue Epstein-Akten zeigen Vertrautheit zwischen “Fergie” und Epstein

Sarah Ferguson

Stand: 04.02.2026 04:34 Uhr

Die Stiftung von Sarah Ferguson stellt ihren Betrieb ein, nachdem der Name ihres Ex-Mannes Prinz Andrew wieder in den Epstein-Akten aufgetaucht ist. “Fergies” Beispiel zeigt, wie es Epstein gelang, Promis an sich zu binden.

Gabi Biesinger

Im Herbst 2024, an ihrem 65. Geburtstag, schien Sarah Ferguson zurück im Glück. Skandalschlagzeilen und Schuldenberge – Schnee von gestern. Für ihre offenen Worte über ihre Brust- und Hautkrebs-Erkrankungen wurde sie gelobt und engagierte sich wohltätig. Fergie war als Kinderbuch-Autorin erfolgreich, lebte mit ihrem Ex-Mann, dem früheren Prinz Andrew, zusammen und sprach im Interview von einem märchenhaften “Happy End” für die Beiden.

Doch immer neue Details über ihre enge Beziehung zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein haben nicht nur Andrew all seine Titel, Ämter und Auftritte gekostet, sondern beenden nun auch Fergies öffentliches Leben. Andrew Lownie, der in seinem Buch “Entitled” das schon seit jeher von Anspruchsdenken bestimmte Leben der beiden seziert hat, erklärt in der BBC: “Sie sind endgültig erledigt.”

Neue Mails zeigen Vertrautheit

Schon Ende vergangenen Jahres hatte Fergies Verleger ihr neuestes Kinderbuch schreddern lassen, anstatt es zu veröffentlichen. Zahlreiche Charities hatten sich von ihr losgesagt und jetzt hat ihre eigene Wohltätigkeitsorganisation “Sarah’s Trust” die Auflösung angekündigt.

Dass Fergie mit Epstein in Kontakt stand, war schon lange bekannt. Sie hatte 2011 zugegeben, umgerechnet rund 17.000 Euro von ihm angenommen zu haben und die Beziehung öffentlich bedauert. Doch E-Mails aus der neuesten Tranche der Epstein-Akten, die Ferguson zugeordnet werden, zeigen, wie vertraut die beiden miteinander waren.

Ferguson bezeichnet Epstein als “Stütze”

2009 bittet Fergie Epstein um einen Finanztipp – während der wegen Kindesmissbrauchs im Gefängnis sitzt. Und nur fünf Tage nachdem er aus dem Knast entlassen wird, gibt es eine Verabredung zum Essen – sie bringt die 19 und 20 Jahre alten Töchter Eugenie und Beatrice mit.

In anderen Nachrichten an Epstein lästert sie über Eugenies Sexleben und nennt ihn den Bruder, den sie nie hatte. Ferguson weint sich auch bei Epstein aus, wirkt bedürftig, auf der Suche nach Geld und Unterstützung. Sie scheint anzudeuten, dass er sie für die “Organisation seiner Häuser” einstellen könne.

In seinen Antworten behandelt er sie wie eine Angestellte, weist sie an, von ihm geschickte Besucher im Buckingham Palast rumzuführen, und verlangt, dass ihre Töchter einen Freund von ihm treffen. Sie entschuldigt sich an einer Stelle, dass ihre Töchter nicht zur Verfügung standen. Die Mails verstärken den Eindruck, dass Ferguson von Epstein abhängig schien. Sie bezeichnete ihn an einer Stelle als ihre “Stütze”.

Gratulation zur Geburt eines Sohnes irritiert

Für Schlagzeilen in Großbritannien sorgt auch, dass Ferguson Epstein 2001 zur Geburt eines Sohnes gratuliert. Es gibt keine offiziellen Informationen darüber, dass Epstein, der sich im Gefängnis das Leben nahm, Kinder gehabt hat. Während Ferguson zu ihren peinlichen Mails an den Pädophilen keine Stellung nimmt, ließ sie eine Sprecherin erklären, sie sei aufgefordert worden, zur Geburt eines Sohnes zu gratulieren, darüber hinaus wisse sie nichts.

Autor Andrew Lownie meint, die jüngsten Entwicklungen seien “der Sargnagel” für Ferguson. Er habe schon länger gesagt, dass sie viel enger mit Epstein verbunden gewesen sei, als die Öffentlichkeit gedacht habe. Ferguson müsse gegen Epstein als Zeugin vorgeladen werden.

Aussage im Fall Epstein unwahrscheinlich

Nachdem Ex-US-Präsident Bill Clinton und seine Frau Hillary sich zu einer Aussage bereiterklärt haben, hoffen Ermittler und Opfer, dass andere Prominente nachziehen werden, wenn es darum geht, die Machenschaften rund um Epsteins Missbrauchsring aufzudecken.

Doch für Andrew, dem inzwischen zwei Frauen vorwerfen, sie missbraucht zu haben, steht mehr auf dem Spiel, als für die Clintons. Eine Aussage von ihm oder seiner Ex-Frau Fergie gilt weiterhin als sehr unwahrscheinlich.

Als erstes Mitglied der britischen Königsfamilie hat Prinz Edward, der jüngste Bruder von König Charles, auf die jüngsten Entwicklungen reagiert. Auf die Frage einer Journalistin bei einem Bildungsgipfel in Dubai, wie er mit den Veröffentlichungen umgehe, sagte Edward, es sei immer wichtig, an die Opfer zu denken.

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