Die Festnahme des Ex-Prinzen Andrew Mountbatten-Windsor hat die britische Monarchie erschüttert. Weitere Enthüllungen im Zuge der Ermittlungen könnten sie sogar gefährden, meint ARD-Adelsexpertin Leontine von Schmettow.
Die Festnahme von Andrew Mountbatten-Windsor wegen Amtsmissbrauchs ist ein Skandal, den es so in der jüngeren Geschichte des britischen Königshauses noch nicht gegeben hat. Laut der ARD-Adelsexpertin Leontine von Schmettow könnte dieser Fall die Monarchie auch “in ihren Grundfesten aufrütteln”.
Die Basis für die Monarchie sei das Vertrauen, so die Expertin im Interview mit tagesschau24: Und Mountbatten-Windsor habe “jegliches Vertrauen verspielt”. Es gehe jetzt darum, “dass die Königsfamilie zeigt, dass das in sie gesetzte Vertrauen auch tatsächlich noch gerechtfertigt ist”.
“Es gibt keine Sonderbehandlung”
Eine Anklage und eine Verurteilung Mountbatten-Windsor könnten laut von Schmettow für das Königshaus beziehungsweise dessen Image sogar von Vorteil sein: “Weil zum einen dieses Thema dann endlich zum Abschluss kommen würde, weil im Moment spricht ja jeder über nichts anderes.”
Zum anderen beweise man damit, dass Mitglieder der königlichen Familie nicht über dem Gesetz stehen. “Es gibt keine Sonderbehandlung, was ja immer wieder vermutet worden ist. Und ich glaube, jetzt wird gerade das Gegenteil bewiesen.”
Viele Menschen reagierten mit Genugtuung und sagten, es sei längst überfällig, dass gegen den ehemaligen Prinzen ermittelt werde, so von Schmettow. “Insofern denke ich, dass diese Strategie der Abgrenzung aufgeht.” Sollte es sich allerdings zeigen, dass Mitglieder der königlichen Familie schon vorher “von den Machenschaften des Bruders, des Onkels, wie auch immer gewusst haben sollten”, könne das für die Monarchie gefährlich werden.
