Musikpreis in Los Angeles: Eine Grammy-Premiere und viel ICE-Kritik

Musikpreis in Los Angeles: Eine Grammy-Premiere und viel ICE-Kritik

Der US-Rapper Bad Bunny mit seinem Grammy in der Hand in Los Angeles

Stand: 02.02.2026 08:33 Uhr

Der Grammy für das beste Album des Jahres geht erstmals an eine komplett spanischsprachige Produktion. US-Rapper Bad Bunny nutzt die Preisverleihung für Kritik an der Trump-Regierung. Auch der Dalai Lama wurde ausgezeichnet.

Der US-Rapper Bad Bunny hat bei der Grammy-Verleihung Geschichte geschrieben: Sein Werk “DeBÍ TiRAR MáS FOToS” gewann in Los Angeles die Auszeichnung als bestes Album des Jahres, womit der Preis erstmals an eine rein spanischsprachige Produktion ging.

Der Titel bedeutet übersetzt “Ich hätte mehr Fotos machen sollen”. Auf dem Album mischt Bad Bunny moderne Beats mit traditionellen Musikstilen aus seiner Heimat Puerto Rico. In den Texten des 31-Jährigen geht es um Themen wie kulturelle Identität oder Kolonialismus. Es ist sein sechstes Solo-Studioalbum, mit dem er in den USA und mehreren anderen Ländern auf Platz eins der Charts gelandet ist.

Fünf Grammys für Kendrick Lamar

Den Preis für die beste Aufnahme des Jahres gewann Hip-Hop-Star Kendrick Lamar. Er holte insgesamt fünf Preise und damit die meisten Grammys des Abends. Als bester Song wurde “Wildflower” von Billy Eilish gekürt. Der Dalai Lama gewann seinen ersten Grammy für ein Hörbuch.

Noch vor Beginn der offiziellen Zeremonie ging der wichtigste Musikpreis der Welt in der Kategorie Beste Dance-Pop-Aufnahme an Lady Gaga für ihren Elektropop-Hit “Abracadabra”. Als beste neue Künstlerin wurde die britische Sängerin Olivia Dean ausgezeichnet.

Eine seltene Ehre wurde außerdem dem US-Filmemacher Steven Spielberg zuteil: Er gewann einen Grammy für seine Beteiligung an einem Dokumentarfilm und erreichte damit den sogenannten “EGOT”-Status, benannt nach den Anfangsbuchstaben der bedeutendsten Showbusiness-Preise Emmy, Grammy, Oscar und Tony. Spielberg hat nun alle davon mindestens einmal gewonnen.

Billy Eilish, hier an der Seite von Songwriter Finneas, gewann einen Grammy für “Wildflower” als bester Song des Jahres.

Verwirrung bei Cher-Auftritt

Musik-Ikone Cher sorgte mit einem verwirrt wirkenden Auftritt für Aufsehen. Die 79-Jährige nahm eine Ehren-Auszeichnung entgegen und wollte anschließend schon die Bühne verlassen. Moderator Trevor Noah stoppte sie und musste sie daran erinnern, wie geplant die Auszeichnung für die beste Aufnahme des Jahres zu überreichen.

Als Cher den Umschlag mit dem Namen des Gewinners öffnete, setzte sich die Verwirrung fort: “Der Grammy geht an Luther Vandross”, sagte sie erst fälschlich und korrigierte sich auf Kendrick Lamar. Vermutlich hatte Cher den Namen des 2005 verstorbenen Vandross im Sinn, weil Lamar ihm einen Song gewidmet hatte.

Moderator Trevor Noah überreicht Cher den Grammy für ihr Lebenswerk.

Prominenter Protest gegen Einwanderungspolizei ICE

Die Nacht in Los Angeles war geprägt von politischen Stellungnahmen mehrerer Prominenter gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE. “ICE out” rief Bad Bunny in seiner Dankesrede. “Wir sind keine Wilden, wir sind keine Tiere, wir sind keine Fremden: Wir sind Menschen und wir sind Amerikaner”, fügte er hinzu.

Auch Billy Eilish kritisierte das harte Vorgehen von ICE. “Niemand ist illegal auf gestohlenem Land”, sagte die 24-Jährige und erhielt dafür Jubel und Applaus aus dem Publikum.

Trump bezeichnet Grammy-Verleihung als “Müll”

US-Präsident Trump ließ das nicht unkommentiert: Auf seiner Online-Plattform Truth Social schreib er, die Musikpreis-Verleihung sei “Müll” und “praktisch nicht anschaubar”. Den Comedian Trevor Noah, der die Gala zum sechsten und letzten Mal moderiert hatte, bezeichnete Trump als “totalen Verlierer”, der kein Talent habe.

Noah hatte bei der Gala gespottet, dass Trump Grönland haben wolle, weil die Privatinsel von Jeffrey Epstein nicht mehr verfügbar sei. “Er braucht eine neue, um mit Bill Clinton abzuhängen”. Trump kündigte eine Klage an, denn er sei nie auf der Privatinsel von Epstein gewesen.

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