Mindestens 19 Tote bei schweren Waldbränden in Chile

Mindestens 19 Tote bei schweren Waldbränden in Chile

Ein völlig zerstörtes Wohngebiet in Tome/Chile

Stand: 19.01.2026 20:37 Uhr

In Chile toben die schwersten Waldbrände der vergangenen Jahre. Mindestens 19 Menschen kamen ums Leben. Präsident Boric rief am Sonntag den Notstand in der zentralen Region Biobío und im angrenzenden Nuble aus.

Anne Herrberg

Rauchschwaden liegen noch immer über Penco: Autowracks tauchen daraus auf, Häuserruinen, zerstörte Uferpromenaden. Bilder einer brutalen Verwüstung: die Kleinstadt im Süden Chiles wurde von den heftigen Waldbränden regelrecht weggefegt.

Matías Cide, Einwohner von Penco, sagt: “Um 2:30 Uhr war das Feuer außer Kontrolle. Es gab Wirbelwinde, es verschlang die Häuser im unteren Teil des Dorfes und breitete sich dann den Hang hinauf aus.”

Und Patricio Valenzuela erzählt: “Feuer, Rauch, alles schwarz. Menschen rannten verzweifelt, manche schrien. Es war wie in einem Kriegsgebiet.” Die Flammen hätten sich in Windeseile durch ihr Wohnviertel gefressen, erzählen beide der Nachrichtenagentur AFP.

“Der Rauch war extrem giftig. Wir flohen nur mit den Kleidern, die wir am Leib trugen, ich glaube, wären wir noch 20 Minuten länger geblieben, wären wir verbrannt”, so Matias Cide.

Mindestens 19 Tote

Erneut, wie bereits in Vorjahren, wird der Süden Chiles von heftigen Waldbränden heimgesucht – bis Montag kamen dabei mindestens 19 Menschen ums Leben. Mehr als 50.000 Menschen in den Regionen Biobío und Nuble wurden aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen.

Am Sonntag rief die Regierung von Präsident Boric den Notstand aus, damit können Soldaten die Feuerwehr unterstützen. Boric appellierte außerdem an die Verantwortung aller, Brände zu verhindern: “99 Prozent der Brände werden durch menschliches Handeln verursacht, sei es vorsätzlich oder fahrlässig. Selbstverständlich liegt die Verantwortung bei der Staatsanwaltschaft und der Kriminalpolizei, die bereits die Brandursachen untersuchen. Ich versichere Ihnen jedoch, dass wir diese Tragödien nicht beklagen müssten, wenn jeder Einzelne mehr Verantwortung übernehmen würde.”

Die Wetterbedingungen seien ungünstig, viele auch gelöschte Brände könnten erneut aufflammen, teilte Boric auf der Plattform X mit. Waldbrände sind in Chile im Sommer auf der Südhalbkugel aufgrund hoher Temperaturen und Trockenheit häufig.

Der aktuelle Brandausbruch in Zentral-und Südchile zählt zu den verheerendsten der vergangenen Jahre. Im Jahr 2024 kosteten Brände entlang der Küste mindestens 130 Menschen das Leben. Es war die schwerste Naturkatastrophe des Landes seit dem Erdbeben von 2010.

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