Immer wieder kommt es in Kuba zu Stromausfällen. Doch derzeit ist die Lage besonders problematisch. Denn das Land braucht Öl zur Stromerzeugung. Und das kommt derzeit kaum an – vor allem wegen der USA.
In Kuba sind erneut Millionen Menschen ohne Strom. Ursache sei eine Störung im größten Wärmekraftwerk des Landes östlich der Hauptstadt Havanna, teilte der Stromversorger der sozialistischen Karibikinsel mit. Dadurch sei die Versorgung zwischen den Provinzen Pinar del Río im Westen und Camagüey im Osten nahezu komplett zusammengebrochen.
Auch die Hauptstadt Havanna ist demnach betroffen. Die Reparaturarbeiten könnten drei Tage dauern, hieß es. Die Störung sei im unteren Teil eines Kessels festgestellt worden, dort sei ein Rohr geborsten.
Stromausfälle kommen auf der bei Touristen beliebten Insel häufig vor. Große Teile der veralteten Infrastruktur sind in schlechtem Zustand. Immer wieder gehen deshalb Kraftwerke vom Netz und müssen notdürftig repariert werden.
US-Embargo, Blockade und Zolldrohungen
Kuba mit seinen rund zehn Millionen Einwohnern ist auf Öl zur Stromversorgung angewiesen. Die Regierung führt die Krise auf das seit mehr als 60 Jahren bestehende Handelsembargo der USA zurück. Verschärft hat sich die Lage nach den jüngsten Spannungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten. Seit Dezember erhält das Land kein Öl mehr aus Venezuela.
US-Präsident Donald Trump hatte die Öllieferungen Venezuelas an Kuba blockiert. Trump drohte zudem mit Zöllen gegen Kubas Öllieferanten. Daraufhin stellte Mexiko, zuletzt Kubas größter Ölversorger, seine Lieferungen ein. Mittlerweile hat Washington angekündigt, aus humanitären Gründen bestimmte Sanktionen zu lockern.
Wegen des Mangels an Brennstoffen kochen viele Kubaner nur noch mit Holz und Kohle. Die Regierung ordnete drastische Maßnahmen zur Einsparung von Treibstoff an.
