In Norwegen hat die Gerichtsverhandlung gegen Marius Borg Høiby, den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit, begonnen. Der Angeklagte räumte einige Taten teilweise ein, bestreitet aber die schwersten Vorwürfe.
Zum Start der Gerichtsverhandlung gegen ihn hat der älteste Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit (52) die schwersten Vorwürfe bestritten. Marius Borg Høiby antwortete auf die Frage, ob er die Strafschuld wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs mehrerer Frauen einräume, leise mit “Nein”. Er bestreitet außerdem, die mutmaßlichen Opfer während der Taten gefilmt zu haben.
Høiby werden in 38 Anklagepunkten diverse Straftaten zur Last gelegt, darunter Vergewaltigung, die Misshandlung einer früheren Partnerin, Gewaltvorfälle, der Transport von 3,5 Kilogramm Marihuana, Bedrohungen und Verkehrsverstöße. Einige dieser Taten hat er zugegeben.
Hoiby erschien in einer grünen Hose und einem grünen Pullover vor dem Gericht in der norwegischen Hauptstadt. Außerdem trug er Ohrringe und eine auffällige Brille. Während der Verlesung der Anklage saß er ohne äußerliche Regung auf der Anklagebank. Fotos oder Videos des Angeklagten zu machen ist verboten.
Erneute Festnahme am Wochenende
Kurz vor Prozessbeginn war Marius Borg Høiby am Wochenende erneut festgenommen worden. Er soll mit einem Messer gedroht und gegen ein Kontaktverbot verstoßen haben. Wegen Wiederholungsgefahr muss er vier Wochen in Untersuchungshaft verbringen.
Høibys Anwalt Petar Sekulic sagte, die Festnahme sei nach einem mutmaßlichen Vorfall am Sonntag erfolgt, nannte aber keine weiteren Details. Sein Mandant lehnte die Untersuchungshaft ab.
Nach dem Vorfall am Sonntag befand sich Marius Borg Høiby laut Medien im Krankenhaus. Das berichtete die norwegische Nachrichtenagentur NTB. Zuvor hatte die Zeitung “Verdens Gang” Bilder veröffentlicht, die die norwegische Kronprinzenfamilie vor dem Krankenhaus zeigen sollen.
Königshaus distanziert sich
Das Verfahren belastet die Königsfamilie schwer – wenngleich Høiby weder einen Adelstitel besitzt noch royale Pflichten hat. Laut Staatsanwaltschaft drohen dem 29-Jährigen im Fall einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Gefängnis. Teile des Verfahrens, das bis zum 19. März angesetzt ist, sollen hinter verschlossenen Türen stattfinden.
Prinz Haakon hat erklärt, dass weder er noch Mette-Marit planten, den Prozess beizuwohnen. Das Königshaus habe auch nicht vor, sich zu dem Verfahren zu äußern. Mette-Marit selbst steht aktuell wegen ihrer Kontakte zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein unter Druck.
