Mehr als 100 Menschen in Nigeria von Dschihadisten entführt

Mehr als 100 Menschen in Nigeria von Dschihadisten entführt

Karte: Nigeria mit Abuja und Ngoshe

Stand: 06.03.2026 • 10:11 Uhr

Mutmaßliche Dschihadisten haben im Nordosten Nigerias ein Dorf angegriffen und mehr als 100 Menschen entführt. Dabei sollen mehrere Zivilisten und Soldaten getötet worden sein.

Karin Bensch

Ngoshe ist ein Ort im äußersten Nordosten Nigerias. Eine Region, die immer wieder erschüttert wird von Angriffen und Entführungen durch Dschihadisten.

Wie jetzt bekannt wurde, sollen bewaffnete Kämpfer bereits am Dienstagabend in das Dorf eingedrungen seien und dort um sich geschossen haben. Viele Bewohner seien daraufhin geflohen. Die Angreifer haben mehr als 100 Menschen verschleppt und auch einen Militärstützpunkt im Ort überrannt. Zudem seien mehrere Zivilisten und Soldaten getötet worden, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Nigerianische Medien sprechen von etwa 20 Todesopfern, darunter 14 Soldaten.

Immer wieder Angriffe bewaffneter Gruppen

Im Nordosten Nigerias kämpfen seit mehr als 15 Jahren dschihadistische Gruppen wie die Terrormiliz Boko Haram gegen den Staat. Dort ist auch der “IS Westafrika” aktiv, ein Ableger der Terrorgruppe “Islamischer Staat”. Hilfsorganisationen gehen davon aus, dass durch Attacken der Terroristen bislang mehr als 40.000 Menschen getötet und rund zwei Millionen vertrieben wurden.

Immer wieder gibt es Massenentführungen. Zuletzt Ende November vergangenen Jahres. Beim Angriff auf eine katholische Schule wurden mehr als 300 Kinder verschleppt. Dschihadisten nutzen die Entführungen als eine Einnahmequelle. Mit dem Geld kaufen sie zum Beispiel Waffen oder finanzieren andere Verbrechen.

Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land auf dem afrikanischen Kontinent. Auch in anderen Regionen verüben bewaffnete Gruppen immer wieder schwere Angriffe. Die Sicherheitskräfte des Staates sind häufig überfordert durch die vielen Krisenherde.

Die USA unterstützen Nigeria seit einiger Zeit verstärkt im Anti-Terror-Kampf. Nach einem US-Luftangriff an Weihnachten, der sich gegen bewaffnete Gruppen richtete, trafen Mitte Februar rund 100 US-Soldaten im Land ein, die nigerianische Streitkräfte beraten und ausbilden sollen.

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