Marktbericht: Zinsfantasien dürften Börsen weiter stützen

Marktbericht: Zinsfantasien dürften Börsen weiter stützen

Börsenhändler an der Frankfurter Börse.


marktbericht

Stand: 28.11.2025 07:42 Uhr

Angesichts fehlender Impulse von der Wall Street dürften die Anleger DAX-Aktien zunächst nur mit spitzen Fingern anfassen. Größere Gewinnmitnahmen zeichnen sich aber auch nicht ab – Zinshoffnungen stützen weiter die Kurse.

Der DAX dürfte kaum bewegt in den letzten Handelstag einer bislang überaus erfolgreichen Woche starten. Der Broker IG taxiert die deutschen Standardwerte zur Stunde 0,1 Prozent höher bei 23.795 Punkten.

Tags zuvor hatte der DAX ein kleines Plus von 0,2 Prozent auf 23.768 Zähler eingefahren. Der Handel war dabei von geringen Umsätzen geprägt. Hintergrund war der gestrige Thanksgiving-Feiertag in den USA, an dem auch die Börsen jenseits des Atlantiks geschlossen blieben.

Unterm Strich verlief diese Börsenwoche für den DAX bislang äußerst erfolgreich: Seit dem Schlusskurs am vergangenen Freitag bei 23.091 Stellen steht ein Plus von knapp drei Prozent zu Buche.

Die US-Futures notieren leicht im Plus – so legt der Future auf die Standardwerte im Dow Jones aktuell um 0,2 Prozent zu. Das deutet auf einen freundlichen Start an der Wall Street nach dem gestrigen Feiertag hin. Heute findet in den USA allerdings nur ein verkürzter Handel (bis 19 Uhr MEZ) statt. Das Handelsvolumen ist am Tag nach Thanksgiving traditionell eher niedrig.

Rückenwind für die Aktienmärkte kommt weiterhin von den jüngst wiederbelebten Hoffnungen der Anleger auf eine baldige Zinssenkung in den USA. Schwache Konjunkturdaten und Aussagen einiger Notenbanker hatten Spekulationen auf eine Zinssenkung der US-Notenbank Fed auf ihrer kommenden Sitzung am 10. Dezember neu angefacht. Laut dem “Fed Watch Tool” der CME Group rechnen mittlerweile knapp 85 Prozent der Marktteilnehmer mit einem solchen Schritt.

Die Hoffnung auf eine baldige Zinssenkung in den USA hat am Morgen auch die Kurse an den asiatischen Aktienmärkten gestützt. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index liegt im späten Tokioter Handel 0,1 Prozent höher. Die Börse in Shanghai gewinnt 0,2 Prozent, und der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen steigt um 0,1 Prozent.

“Bei begrenzten Impulsen ist die Kaufaktivität begrenzt”, sagte die Nomura-Strategin Maki Sawada. Die am Morgen veröffentlichten Daten zur Kerninflation in Tokio, die über den Erwartungen lag, verstärkten die Spekulationen auf eine Zinserhöhung der BOJ bereits im kommenden Monat.

Am Devisenmarkt zeigt sich der Dollar am Morgen stabil, steuert aber auf den größten Wochenverlust seit Juli zu. Der Euro notiert 0,1 Prozent tiefer bei 1,1583 Dollar.

Die Ölpreise legen leicht zu, ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuert sich aktuell um 0,3 Prozent auf 63,08 Dollar. Die Ölpreise stehen dennoch vor dem vierten monatlichen Verlust in Folge. Als Belastungsfaktor galten zuletzt die Bemühungen der USA um einen Friedensplan im Ukraine-Krieg.

Mit Informationen von Angela Göpfert, ARD-Finanzredaktion.

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