Marktbericht: SAP zieht DAX nach unten

Marktbericht: SAP zieht DAX nach unten

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marktbericht

Stand: 29.01.2026 10:51 Uhr

Eine enttäuschende SAP-Bilanz und die Sorgen vor einem US-Militärschlag im Iran belasten den DAX. Auch gemischte Geschäftsberichte von Meta, Microsoft und Tesla drücken auf die Stimmung.

Der DAX ist heute mit einem Minus von 0,9 Prozent auf 24.588 Zähler gestartet. Schon gestern war der deutsche Leitindex 0,3 Prozent leichter bei 24.822 Punkten aus dem Handel gegangen.

Vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hatten sich die Anleger zurückgehalten. Außerdem hatten sie auf wichtige Bilanzen von US-Technologieunternehmen gewartet.

Heute sorgt die US-Androhung eines möglichen Militärschlags gegen den Iran für Nervosität. Die rhetorische Eskalation von US-Präsident Donald Trump im Atomstreit mit dem Iran lasse das geopolitische Risiko für den DAX massiv ansteigen, sagte Frank Sohlleder von ActivTrades. “Eine militärische Intervention könnte die mühsam aufgebaute Stabilität im Handumdrehen zerstören und die Märkte auf eine weltweite Tauchfahrt schicken”, so der Marktbeobachter.

“Solange belastbare Signale zur geopolitischen Entwicklung ausbleiben, dürfte die Vorsicht an den Aktienmärkten anhalten”, urteilt Timo Emden von Emden-Research. “Der DAX könnte für kurzfristige Stimmungsschwankungen anfällig bleiben.”

Auch die frischen Zahlen von SAP drücken auf die Stimmung. Dabei wuchs der Nettogewinn des Softwarekonzerns auf 7,5 Milliarden Euro – das ist mehr als doppelt so viel wie im Jahr zuvor.

Aber das Wachstum der wichtigen Cloud-Sparte schwächt sich ab. Auch der Auftragsbestand dieser Sparte liegt unter den Erwartungen. Für die Investoren ist immer der Blick in die Zukunft entscheidend. Deshalb gibt die Aktie zum Handelsstart kräftig nach.

Geldpolitische Impulse aus den USA blieben aus. Die US-Notenbank Fed beließ den Leitzins in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. An den Finanzmärkten war nach drei Senkungsschritten in Folge mit dieser Entscheidung gerechnet worden. An den Terminmärkten wird nicht vor Juni, also nach dem Ende der Amtszeit des Fed-Chefs Jerome Powells, eine Zinssenkung prognostiziert. Ein zweiter Schritt könnte demnach noch im laufenden Jahr folgen.

Mit Spannung hatten die Investoren auf die Geschäftsberichte von US-Tech-Konzernen gewartet. Bei Microsoft zahlen sich die milliardenschweren Investitionen in neue Rechenzentren aus. “Der Umsatz der Cloud-Sparte hat im abgelaufenen Quartal die Marke von 50 Milliarden Dollar übersprungen”, sagte Finanzchefin Amy Hood. Anlegern bereitete unter anderem aber der überraschend deutliche Anstieg der Investitionen im abgelaufenen Quartal um 66 Prozent auf ein Rekordhoch von 37,5 Milliarden Dollar Kopfzerbrechen.

Im vergangenen Quartal stieg der Konzernumsatz um 15 Prozent auf 81,3 Milliarden Dollar, der operative Gewinn zog um rund ein Fünftel auf 38,3 Milliarden Dollar an.

Sinkende Verkäufe, steigende Ausgaben: Der Gewinn des US-Elektroautobauers Tesla ist im vierten Quartal um 61 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 840 Millionen Dollar eingebrochen. Der Umsatz sank um 3,1 Prozent auf 24,9 Milliarden Dollar.

Auf das Gesamtjahr gesehen schrumpfte der Umsatz 2025 erstmals in der Unternehmensgeschichte. Mit 94,83 Milliarden Dollar lagen die Erlöse um drei Prozent unter dem Niveau des Vorjahres.

Meta treibt die Entwicklung einer künstlichen Superintelligenz voran. Daher will die Facebook-Mutter ihre Investitionen in KI-Rechenzentren 2026 auf 115 bis 135 Milliarden Dollar nahezu verdoppeln. Im vergangenen Jahr legte der Konzernumsatz um 22 Prozent auf 200,97 Milliarden Dollar zu. Motor dieser Entwicklung waren erneut die Werbeeinnahmen, erläuterte Meta-Finanzchefin Susan Li in einer Telefonkonferenz. Der Gewinn kletterte auf knapp 23 Milliarden Dollar.

Die Deutsche Bank hat 2025 einen Gewinnsprung auf Rekordniveau hingelegt. Mit gut 9,7 Milliarden Euro vor Steuern erzielte sie das bislang beste Vorsteuerergebnis. Unter dem Strich stand ein Überschuss von 6,1 Milliarden Euro.

Getrübt wird der Geschäftserfolg durch die erneuten Ermittlungen gegen Verantwortliche und Mitarbeiter, die am Tag vor der Bilanzvorlage bekannt wurden: Ermittler durchsuchten auf der Suche nach Beweisen unter anderem die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt und Geschäftsräume in Berlin.

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